
So bezahlen Sie Mitarbeitende und Auftragnehmer im Ausland
Ein Praxisleitfaden für Schweizer Unternehmen, die internationale Gehalts- und Honorarzahlungen effizient abwickeln, den Verwaltungsaufwand reduzieren und jederzeit den Überblick über Währungen, Gebühren und Zahlungstermine behalten möchten.
Praxisleitfaden
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Der Aufbau eines internationalen Teams muss die monatlichen Gehalts- und Honorarzahlungen nicht unnötig kompliziert machen. Entscheidend ist, zwei Dinge voneinander zu trennen: die rechtliche Grundlage der Beschäftigung und die eigentliche Auszahlung von Gehältern oder Rechnungen.
Sobald feststeht, ob jemand als Mitarbeitender oder Auftragnehmer tätig ist, geht es vor allem um die praktische Umsetzung der Zahlung: Welcher Betrag soll ankommen, in welcher Währung, bis zu welchem Termin und über welchen Zahlungsweg? Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie internationale Zahlungen effizient organisieren und dabei Gebühren, Fristen, Währungen und Freigabeprozesse jederzeit im Blick behalten.
Internationale Beschäftigung in Schweizer Unternehmen
Die Beschäftigung von Mitarbeitenden im Ausland gehört für viele Schweizer Unternehmen längst zum Geschäftsalltag. Einen guten Einblick in diese Entwicklung liefern die Daten der Schweizerischen Nationalbank. Sie beziehen sich auf Mitarbeitende in ausländischen Tochtergesellschaften und erfassen daher nicht alle Remote-Mitarbeitenden oder selbstständigen Auftragnehmer.
Umfang: Die Zahlen beziehen sich auf Mitarbeitende in ausländischen Tochtergesellschaften von Schweizer Unternehmen. Remote-Mitarbeitende und selbstständige Auftragnehmer sind nicht vollständig erfasst.
Quelle: Schweizerische Nationalbank, Direktinvestitionen 2024.
Warum kann die Bezahlung von Mitarbeitern im Ausland schnell komplex werden?
Mit der internationalen Expansion eines Unternehmens steigen auch die Anforderungen an die Gehaltszahlungen. Finanzteams müssen häufig mehrere Währungen, unterschiedliche Zahlungswege, verschiedene Bankkonten und monatliche Zahlungstermine koordinieren und dabei mit lokalen Gesellschaften, Employer-of-Record-Anbietern oder selbstständigen Auftragnehmern zusammenarbeiten.
Hinzu kommen Verzögerungen im Zahlungsverkehr, Gebühren von zwischengeschalteten Banken und unerwartete Währungsumrechnungen. Dadurch kann es passieren, dass Mitarbeitende einen geringeren Betrag erhalten oder Zahlungen später als erwartet eintreffen. Gleichzeitig erschweren Wechselkursschwankungen eine verlässliche Planung der Lohnkosten in Schweizer Franken.
Wie lassen sich internationale Gehaltszahlungen einfacher und besser planbar gestalten?
Beschäftigungsmodell und Zahlungsabwicklung klar voneinander trennen
Bevor ein Unternehmen den passenden Zahlungsprozess festlegt, sollte eindeutig geklärt sein, wer rechtlich als Arbeitgeber oder Vertragspartner auftritt. Davon hängt ab, wer Gehälter, Abzüge, Arbeitgeberbeiträge, Steuern und Lohnabrechnungen berechnet.
Der Zahlungsanbieter führt anschliessend die freigegebene Zahlung aus. Er legt jedoch nicht fest, welcher Betrag geschuldet ist.
Beschäftigungsmodell | Wer kümmert sich um Beschäftigung und Lohnabrechnung? | Was muss der Zahlungsprozess leisten? |
|---|---|---|
Lokale Gesellschaft und direkte Anstellung | Die lokale Gesellschaft oder ein lokaler Payroll-Anbieter übernimmt die arbeitsrechtlichen Pflichten und berechnet den auszuzahlenden Betrag. | Die Schweizer Unternehmensgruppe kann die lokale Gesellschaft finanzieren oder die freigegebenen Gehaltszahlungen in der jeweiligen Landeswährung ausführen. |
Employer of Record | Der EOR ist der rechtliche Arbeitgeber vor Ort und übernimmt die Lohnabrechnung gemäss der vereinbarten Dienstleistung. | Das Schweizer Unternehmen bezahlt den EOR oder stellt die Mittel für den vereinbarten Payroll-Prozess bereit. |
Selbstständiger Auftragnehmer | Der Auftragnehmer erbringt seine Leistungen auf vertraglicher Basis und stellt in der Regel eine Rechnung. | Das Unternehmen bezahlt die freigegebene Rechnung in der vereinbarten Währung und zum vereinbarten Termin. |
Das Schweizer KMU-Portal weist darauf hin, dass grenzüberschreitende Remote-Arbeit für Schweizer Arbeitgeber zusätzliche Pflichten im jeweiligen Ausland auslösen kann. Deshalb sollten arbeitsrechtliche, steuerliche und lohnbezogene Fragen vor der Gestaltung des Zahlungsprozesses mit lokalen Fachstellen geklärt werden.
Vor der ersten Gehaltszahlung einen klaren Zahlungsplan erstellen
Ein übersichtlicher Zahlungsplan stellt sicher, dass dem Finanzteam alle erforderlichen Angaben vorliegen, bevor eine Überweisung vorbereitet wird. Gleichzeitig dient er als verlässliche Vorlage für alle weiteren Gehaltsläufe.
Question to confirm | Why it matters |
|---|---|
Wer erhält die Zahlung? | Der Empfänger kann ein Mitarbeitender, ein Auftragnehmer, ein Employer of Record, eine lokale Gesellschaft oder ein Payroll-Anbieter sein. |
Welcher Betrag muss ankommen? | Massgeblich ist der Betrag, der durch die Lohnabrechnung, den EOR oder den Rechnungsprozess freigegeben wurde. Abzüge sollten nicht im Zahlungssystem geschätzt oder neu berechnet werden. |
Welche Währung wurde vereinbart? | Aus dem Vertrag, der Lohnabrechnung oder der Rechnung sollte klar hervorgehen, ob die Zahlung in CHF, EUR, USD oder einer anderen Währung erwartet wird. |
Bis wann muss das Geld eingegangen sein? | Planen Sie vom lokalen Auszahlungstermin rückwärts und berücksichtigen Sie Annahmeschlusszeiten, Wochenenden, Bearbeitungszeiten der Banken und mögliche Compliance-Prüfungen. |
Welche Bankverbindung ist zu verwenden? | Prüfen Sie den Namen des Zahlungsempfängers, die Kontonummer oder IBAN, lokale Bank- und Routing-Angaben sowie den Verwendungszweck. |
Wer trägt die Gebühren? | Das Unternehmen sollte wissen, ob Zahlungs- oder Korrespondenzbankgebühren den tatsächlich eingehenden Betrag reduzieren können. |
Zahlungen nach Möglichkeit in der Landeswährung ausführen
Wird eine Zahlung in CHF überwiesen und die Umrechnung der Bank des Empfängers überlassen, ist häufig unklar, welcher Betrag tatsächlich in der Landeswährung gutgeschrieben wird. Die Bank kann ihren eigenen Wechselkurs anwenden und zusätzlich Gebühren abziehen. Dadurch können für Mitarbeitende oder Auftragnehmer vermeidbare Abweichungen entstehen, obwohl das Schweizer Unternehmen den korrekten Betrag in CHF überwiesen hat.
Bei einer Zahlung in der jeweiligen Landeswährung kann das Finanzteam Wechselkurs und Kosten bereits vor der Freigabe prüfen. Zudem lässt sich der überwiesene Betrag leichter mit dem auf der Lohnabrechnung oder Rechnung ausgewiesenen Betrag abgleichen.
Eine Zahlung in der Landeswährung ist nicht automatisch die günstigste Lösung. Vergleichen Sie deshalb die Gesamtkosten in CHF, die Wechselkursmarge, die Zahlungsgebühr und mögliche zusätzliche Gebühren der Empfängerbank. Dafür kann ein Multi-Währungskonto erforderlich sein.
Möglichst lokale Zahlungswege nutzen
Bei einer internationalen Überweisung kann das Geld über eine oder mehrere Korrespondenzbanken geleitet werden, bevor es beim Empfänger ankommt. Bei einer lokalen Zahlung wird nach dem Währungsumtausch das jeweilige inländische Zahlungssystem genutzt. Dadurch lässt sich die Abhängigkeit von zwischengeschalteten Banken reduzieren, und Zahlungsdauer sowie Gebühren sind häufig besser planbar.
SwissFx ermöglicht lokale Zahlungen und Zahlungseingänge in mehr als 30 Währungen sowie internationale Zahlungen in über 140 Währungen.
Eine lokale Zahlung ist jedoch nicht in jedem Markt automatisch eine Echtzeitzahlung. Annahmeschlusszeiten der Banken, lokale Feiertage, die Prüfung von Kontodaten und Compliance-Kontrollen können die Ausführung weiterhin verzögern. Deshalb sollte der Zahlungsweg vor dem ersten Gehaltstermin geprüft werden, besonders bei neuen oder aufstrebenden Märkten.
Wiederkehrende Zahlungen in einem Zahlungslauf bündeln
Bei einem kleinen Team wirken fünf wiederkehrende Zahlungen zunächst überschaubar. Werden dieselben Empfängerdaten jedoch jeden Monat erneut eingegeben, kostet das Zeit und erhöht das Risiko von Doppelzahlungen, falschen Beträgen oder verpassten Fristen. Sobald ein Unternehmen in weitere Länder oder Währungsräume expandiert, wächst der Aufwand schnell.
Mit Sammelzahlungen lassen sich die Zahlungsdaten direkt aus dem bestehenden Lohn- oder ERP-Prozess vorbereiten, hochladen, prüfen und gemeinsam freigeben. Jeder Empfänger erhält weiterhin den vorgesehenen Betrag in der richtigen Währung, während das Finanzteam nicht mehr jede Zahlung einzeln erfassen muss.
Auch bei Sammelzahlungen klare Kontrollprozesse beibehalten
Das Bündeln von Zahlungen darf nicht dazu führen, dass interne Kontrollen wegfallen. Für die Vorbereitung der Zahlungsdaten, die Prüfung, die Freigabe und den anschliessenden Abgleich sollten weiterhin klar definierte Zuständigkeiten gelten. Vor dem Hochladen ist die Sammeldatei zudem sorgfältig zu prüfen. Besonders wichtig sind Änderungen bei Empfängerdaten, ausgetretene und neu eingetretene Mitarbeitende sowie einmalige Anpassungen.
Wiederkehrende Gehaltszahlungen als planbaren Währungsbedarf behandeln
Sind Gehälter oder Honorare in einer Fremdwährung festgelegt, werden aber aus CHF finanziert, bleibt der Betrag in der jeweiligen Landeswährung zwar konstant. Die Kosten in Schweizer Franken können jedoch von Monat zu Monat schwanken.
Ein Beispiel: Bei einem monatlichen Zahlungsvolumen von 2,5 Millionen INR und einem angenommenen Wechselkurs von 100 INR pro CHF entstehen Kosten von 25’000 CHF. Sinkt der Kurs später auf 95 INR pro CHF, kostet derselbe Betrag rund 26’316 CHF. Die Gehälter haben sich nicht verändert, die Kosten in CHF liegen jedoch etwa 1’316 CHF höher.
Unternehmen sollten deshalb festlegen, wie viel Wechselkursunsicherheit sie akzeptieren möchten. Sie können den benötigten Betrag jeden Monat neu umtauschen, Guthaben in der jeweiligen Währung halten oder für ausreichend planbare Beträge und Zahlungstermine eine passende Strategie zur Absicherung des Währungsrisikos prüfen.
Je nach Währung kommen dafür beispielsweise ein Devisentermingeschäft mit Lieferung oder ein Devisentermingeschäft ohne Lieferung (NDF).
Bei einem Devisentermingeschäft mit Lieferung wird der Wechselkurs für einen zukünftigen Währungsumtausch im Voraus festgelegt. Zum vereinbarten Termin wird die benötigte Währung tatsächlich geliefert.
Bei einem Devisentermingeschäft ohne Lieferung wird die für die Gehaltszahlungen benötigte Währung hingegen nicht bereitgestellt. Stattdessen wird bei Fälligkeit die Differenz zwischen dem vereinbarten Kurs und dem Referenzkurs in einer anderen Währung ausgeglichen. Die eigentlichen Gehaltszahlungen müssen daher separat abgewickelt werden.
Ein im Voraus festgelegter Wechselkurs garantiert keinen günstigeren Marktkurs. Er dient dazu, die Kosten in CHF besser planbar zu machen.
Beispiel: Ein Schweizer Unternehmen bezahlt fünf Softwareentwickler in Indien
Nehmen wir ein Schweizer KMU, das ein Remote-Team aus fünf Softwareentwicklern in Indien aufbaut. Das Unternehmen hat bereits geklärt, ob die Mitarbeitenden über eine indische Gesellschaft, einen Employer of Record oder auf Basis von Auftragnehmerverträgen beschäftigt werden. Nun geht es darum, die monatlichen Zahlungen zuverlässig und effizient abzuwickeln.
Bisherige Herausforderung
Optimierter Zahlungsprozess
Fünf Zahlungen werden jeden Monat einzeln erfasst.
Die freigegebenen Zahlungsdaten werden in einer geprüften Sammelzahlung gebündelt.
Internationale Überweisungen werden genutzt, ohne einen lokalen Zahlungsweg zu prüfen.
Wo möglich und zulässig, werden lokale Zahlungen in INR verwendet.
Durch Umrechnung oder Gebühren kommt beim Empfänger möglicherweise weniger an.
Verarbeiten Sie jede Gehaltszahlung in INR, damit die Mitarbeitenden den erwarteten Betrag erhalten.
Die Zahlungen treffen nicht jeden Monat zum gleichen Zeitpunkt ein.
Ein wiederkehrender Zahlungsplan berücksichtigt Annahmeschlusszeiten und lokale Feiertage.
Die Kosten in CHF schwanken mit dem CHF/INR-Wechselkurs.
Das erwartete Währungsrisiko wird regelmässig geprüft. Anschliessend entscheidet das Unternehmen, ob und in welchem Umfang es abgesichert werden soll.
Weitere Informationen zu Währung und Zahlungsverkehr finden Sie in unserem Artikel zum Handel zwischen CHF und INR sowie im Praxisleitfaden zu Währungen in Schwellenländern.
What would your INR payroll cost in CHF today?
Use the CHF/INR calculator to estimate the Swiss-franc equivalent of an upcoming payroll amount.
Was sollte vor dem ersten internationalen Zahlungslauf geprüft werden?
Wie unterstützt SwissFx internationale Gehalts- und Honorarzahlungen?
SwissFx übernimmt die Zahlungsabwicklung, sobald der korrekte und regelkonforme Gehalts- oder Rechnungsbetrag freigegeben wurde.
Über das Multi-Währungskonto können Unternehmen Zahlungen in mehr als 140 Währungen über ein einziges Konto abwickeln. In über 30 Währungen stehen zudem lokale Zahlungen und Zahlungseingänge zur Verfügung.
Mit den Funktionen für Sammelzahlungen lassen sich bestehende Lohn- und ERP-Prozesse anbinden, sodass mehrere Mitarbeitende, Auftragnehmer oder Geschäftspartner in einem einzigen Zahlungslauf bezahlt werden können.
Auch der Währungsumtausch und mögliche Instrumente zur Steuerung von Währungsrisiken lassen sich auf die wiederkehrenden Zahlungsanforderungen abstimmen.
Bei SwissFx fallen weder Abonnement- noch Einrichtungsgebühren an. Die Wechselkursmarge wird angezeigt, bevor ein Währungsumtausch bestätigt wird. Welche Leistungen verfügbar sind, hängt von der jeweiligen Währung, dem Land, der Transaktion und der Eignung des Kunden ab.
SwissFx berechnet keine Gehälter, verwaltet keine Lohnabzüge und übernimmt nicht die Funktion eines Employer of Record.
Important information
Dieser Artikel dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine rechtliche, steuerliche, arbeitsrechtliche, lohnbezogene oder finanzielle Beratung dar. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Land, Beschäftigungsstatus und vertraglicher Ausgestaltung. Unternehmen sollten daher geeignete Fachberatung einholen, bevor sie Mitarbeitende oder Auftragnehmer im Ausland beschäftigen.
Wo entstehen Reibungsverluste bei Ihren internationalen Gehaltszahlungen?
SwissFx prüft, wie freigegebene Gehälter und Rechnungen von Auftragnehmern über verschiedene Währungen, Konten und Zahlungswege abgewickelt werden. So lassen sich unnötige Umrechnungsschritte, schwankende Gebühren, manuelle Prozesse, Zahlungsverzögerungen und wiederkehrende Währungsrisiken frühzeitig erkennen. Auf dieser Grundlage kann anschliessend ein effizienterer Zahlungsprozess entwickelt werden.