
Wie können KMU Einnahmen aus Schwellenländern einziehen und zurückführen?
Einnahmen in der jeweiligen Landeswährung zu erhalten, ist nur der erste Schritt. Zahlungswege, Konvertierbarkeit, Liquidität und lokale Vorgaben bestimmen, wann und auf welchem Weg das Geld in die zentrale Unternehmensfinanzierung überführt werden kann.
Praxisleitfaden
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Ein Schweizer KMU stellt Kunden in Brasilien, China oder Südafrika möglicherweise Rechnungen in der jeweiligen Landeswährung. Doch auch wenn die Zahlung eingegangen ist, steht das Geld nicht automatisch dort zur Verfügung, wo das Unternehmen es benötigt. Zunächst muss geklärt werden, auf welchem Konto die Beträge gehalten werden können, ob und wie sie sich umtauschen lassen und unter welchen Bedingungen sie aus dem jeweiligen Land heraus überwiesen werden können.
Bei Schwellenländerwährungen, spielen dabei mehrere Faktoren eine Rolle, darunter die lokale Zahlungsinfrastruktur, die Konvertierbarkeit der Währung, die Marktliquidität und regulatorische Vorgaben. Unternehmen sollten deshalb schon vor der Rechnungsstellung festlegen, wie Zahlungseingang, Währungsumtausch und Rückführung organisiert werden sollen.
Welche Schritte gehören zum Einzug und zur Rückführung von Geldern?
Zwischen der Zahlung eines Kunden und dem Zeitpunkt, an dem das Geld in der gewünschten Währung auf dem Schweizer oder zentralen Konzernkonto verfügbar ist, können mehrere Schritte liegen.
Diese Schritte hängen zwar zusammen, sind aber nicht identisch. Eine Währung kann beispielsweise für ausgehende Zahlungen verfügbar sein, ohne dass Unternehmen darin auch Zahlungseingänge empfangen können. Ebenso kann ein Zahlungsweg für den Geldeingang bestehen, während der Umtausch oder die Überweisung ins Ausland weiterhin lokalen Vorgaben unterliegt.
Warum ist es oft einfacher, eine Zahlung zu empfangen, als das Geld zurückzuführen?
Ein erfolgreicher Zahlungseingang zeigt zunächst nur, dass der gewählte Zahlungsweg funktioniert. Er bedeutet jedoch nicht automatisch, dass das Guthaben unbegrenzt gehalten, jederzeit umgetauscht oder ohne weitere Prüfungen ins Ausland überwiesen werden kann.
Der Zahlungsweg entscheidet darüber, wie das Geld eingeht
Bei einem lokalen Zahlungseingang nutzt der Kunde das Zahlungssystem seines Landes. Je nach Anbieter und Markt kann das Schweizer Unternehmen dafür lokale Kontodaten erhalten, ohne vor Ort ein eigenes Bankkonto eröffnen zu müssen. Bei einem internationalen Zahlungseingang läuft die Zahlung dagegen über ein grenzüberschreitendes Bankennetzwerk. Ein Multi-Währungskonto kann verschiedene Währungsguthaben und Zahlungswege auf einer Plattform bündeln.
Lokale Vorgaben bestimmen, ob und wie das Geld zurückgeführt werden kann
Die Regeln für den Währungsumtausch und für Auslandsüberweisungen unterscheiden sich je nach Markt. Unter Umständen muss das Unternehmen eine zugelassene Finanzinstitution nutzen, den Zahlungszweck angeben oder Unterlagen einreichen, bevor das Geld umgetauscht oder ins Ausland überwiesen werden kann. Auch die Art der Zahlung ist entscheidend. Einnahmen aus einer Kundenrechnung werden nicht zwangsläufig genauso behandelt wie Dividenden, konzerninterne Darlehen oder Kapitalausschüttungen. Deshalb sollte von Anfang an klar sein, welche Gesellschaft die Rechnung stellt, wofür die Zahlung bestimmt ist und welches Geschäft dahintersteht.
Die Marktliquidität beeinflusst den Umrechnungsweg
Bei weniger häufig gehandelten Währungen gibt es möglicherweise keinen ausreichend liquiden direkten Markt gegenüber dem Schweizer Franken. In solchen Fällen kann die Umrechnung über eine wichtige Zwischenwährung wie USD oder EUR erfolgen. Die Dreijahreserhebung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich aus dem Jahr 2025 zeigt, dass sich ein grosser Teil des weltweiten Währungshandels weiterhin auf wenige Hauptwährungen konzentriert.
Welches Modell für Zahlungseingänge passt zu Ihrem Unternehmen?
Welche Lösung am besten geeignet ist, hängt davon ab, wie Ihre Kunden bezahlen möchten, um welche Währungen es geht und was mit dem Geld nach dem Eingang geschehen soll.
Modell | Möglicher Vorteil | Das sollten Sie klären |
|---|---|---|
Lokaler Zahlungseingang in der Währung des Kunden | Der Kunde kann über einen inländischen Zahlungsweg bezahlen und muss keine internationale Überweisung vornehmen. | Sind lokale Kontodaten verfügbar? Welche Transaktionen sind zulässig? Wie erfolgt der Abgleich und wie kann das Geld anschliessend umgetauscht oder weiterüberwiesen werden? |
Internationaler Zahlungseingang in der Landeswährung | Das Unternehmen kann die Währung empfangen, ohne dafür eine eigene lokale Struktur einzurichten. | Über welchen grenzüberschreitenden Zahlungsweg läuft die Zahlung? Sind Korrespondenzbanken beteiligt? Wie lange dauert die Gutschrift, welche Gebühren fallen an und kann die Währung gehalten oder umgetauscht werden? |
Rechnung und Zahlung in CHF, EUR oder USD | Das Unternehmen erhält direkt eine Währung, die es bereits für seine zentrale Finanzplanung nutzt. | Welche Umrechnungskosten entstehen für den Kunden? Passt die Währung zur Preisgestaltung und zu den lokalen Vorgaben? Kann und möchte der Kunde in dieser Währung bezahlen? |
Keines dieser Modelle ist automatisch günstiger oder einfacher. Entscheidend ist der gesamte Zahlungsweg, von der Erfahrung des Kunden über die Kosten des Zahlungseingangs und mögliche Umrechnungsschritte bis hin zum Währungsrisiko und den Voraussetzungen für die Weiterüberweisung.
Welche Schwellenländerwährungen können Unternehmen über SwissFx empfangen?
Welche Möglichkeiten für Zahlungseingänge zur Verfügung stehen, hängt von der jeweiligen Währung ab. Die folgende Übersicht zeigt ausgewählte Währungen mit Stand Mai 2026. Eine vollständige und aktuelle Liste finden Sie auf der Seite zu den unterstützten Währungen.
Währung | Lokale Zahlungseingänge | Internationale Zahlungseingänge |
|---|---|---|
Brasilianischer Real (BRL) | ✓ | - |
Chinesischer Renminbi, Offshore (CNH) | ✓ | ✓ |
Chinesischer Renminbi, Onshore (CNY)
| -
|
|
Polnischer Zloty (PLN) | ✓ | ✓ |
Ungarischer Forint (HUF) | ✓ | ✓ |
Türkische Lira (TRY) | - | ✓ |
VAE-Dirham (AED) | - | ✓ |
Katar-Riyal (QAR) | - | ✓ |
Saudi-Riyal (SAR) | - | ✓ |
Südafrikanischer Rand (ZAR) | - | ✓ |
Thailändischer Baht (THB) | - | ✓ |
China zeigt, warum die genaue Währung entscheidend ist
Für Offshore-Renminbi, also CNH, sind sowohl lokale als auch internationale Zahlungseingänge möglich. Für Onshore-Renminbi, also CNY, sind dagegen keine Zahlungseingänge aufgeführt. Deshalb sollte bereits vor der Rechnungsstellung und der Weitergabe der Kontodaten geklärt werden, ob CNY oder CNH verwendet wird
Wie können KMU den Einzug und die Rückführung von Geldern vorbereiten?
1. Art der Zahlung klären
Zunächst sollte klar sein, um welche Art von Zahlung es sich handelt. Einnahmen aus einer gewöhnlichen Kundenrechnung können anders behandelt werden als beispielsweise Dividenden, konzerninterne Darlehen oder Kapitalausschüttungen. Davon hängen unter anderem die benötigten Unterlagen, die buchhalterische Erfassung und der mögliche Überweisungsweg ab.
2. Beteiligte Gesellschaften und Konten festlegen
Halten Sie fest, welche Gesellschaft die Rechnung stellt, welcher Kunde zahlt, über welche Kontodaten das Geld eingeht und auf welches Schweizer oder zentrale Konzernkonto es später überwiesen werden soll. Die Angaben sollten mit den Vertrags- und Rechnungsunterlagen übereinstimmen.
3. Zahlungsweg vor der Rechnungsstellung prüfen
Klären Sie vorab, in welcher Währung der Kunde zahlt, ob lokale oder internationale Kontodaten verwendet werden, welcher Verwendungszweck angegeben werden muss und ob Transaktionslimiten gelten. Muss der Zahlungsweg nachträglich geändert werden, kann das zu Verzögerungen und zusätzlichem Aufwand bei der Zuordnung der Zahlung führen.
4. Erforderliche Unterlagen bereithalten
Vertrag, Rechnung, Kundendaten und eine kurze Beschreibung des zugrunde liegenden Geschäfts sollten vollständig vorliegen. Prüfen Sie ausserdem, ob für den Zahlungseingang, den Währungsumtausch oder die Überweisung ins Ausland weitere Erklärungen oder Nachweise benötigt werden.
5. Entscheiden, was mit dem Guthaben geschehen soll
Überlegen Sie frühzeitig, ob das Geld in der ursprünglichen Währung gehalten, vor Ort verwendet oder umgetauscht werden soll. Hat das Unternehmen Ausgaben in derselben Währung, können Zahlungseingänge und Ausgaben miteinander verrechnet werden. So lassen sich unnötige Umrechnungen vermeiden, sofern dies rechtlich zulässig und praktisch umsetzbar ist.
6. Rückführung und Währungsrisiko planen
Legen Sie fest, in welcher Währung das Geld letztlich benötigt wird, über welchen Weg die Umrechnung erfolgt, wie lange die Rückführung voraussichtlich dauert und welche Unterlagen dafür erforderlich sind. Bleibt das Guthaben eine Zeit lang in der ursprünglichen Währung, entsteht zwischen Zahlungseingang und Umtausch ein Wechselkursrisiko. Unser Praxisleitfaden zu Währungsschwankungen in Schwellenländern zeigt, wie sich dieses Risiko einschätzen lässt.
Sollten Gelder sofort zurückgeführt oder zunächst vor Ort gehalten werden?
Ob ein Unternehmen eingegangene Gelder sofort zurückführt oder zunächst in der jeweiligen Währung hält, sollte sich nach seinem Liquiditätsbedarf und seinen Geschäftsabläufen richten. Eine pauschal richtige Lösung gibt es nicht.
Vorgehen | Wann es sinnvoll sein kann | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
Sofortige Rückführung | Das Geld wird zeitnah in der Schweiz oder im Konzern benötigt und vor Ort fallen kaum Ausgaben an. | Häufige Überweisungen und Umrechnungen können den Aufwand und die Währungskosten erhöhen. |
Gebündelte Rückführung in festen Abständen | Kundenzahlungen gehen regelmässig ein und können gesammelt überwiesen werden. | Bis zur nächsten Umrechnung bleibt das Guthaben Wechselkursschwankungen ausgesetzt. |
Guthaben in derselben Währung halten und verwenden | Das Unternehmen bezahlt Lieferanten, Löhne oder andere Betriebskosten in dieser Währung. | Zu berücksichtigen sind der lokale Liquiditätsbedarf, der Zugriff auf das Konto, regulatorische Vorgaben und das Risiko, dass sich ein zu hoher Bestand ansammelt. |
Einnahmen und Ausgaben in derselben Währung miteinander zu verrechnen, ist eine Form der natürlichen Absicherung
Dadurch muss insgesamt weniger Geld umgetauscht werden. Ein verbleibendes Nettorisiko oder zeitliche Unterschiede zwischen Ein- und Auszahlungen lassen sich damit jedoch nicht vollständig vermeiden. Die Währungsabsicherung sollte sich deshalb auf den Betrag konzentrieren, der nach der Verrechnung weiterhin Wechselkursschwankungen ausgesetzt ist.
Beispiel: BRL-Einnahmen von Kunden in Brasilien
Ein Schweizer Maschinenbauunternehmen verkauft seine Produkte an mehrere Vertriebspartner in Brasilien und stellt die Rechnungen in brasilianischen Real. Da SwissFx lokale Zahlungseingänge in BRL ermöglicht, prüft das Unternehmen, ob die Kunden über das brasilianische Zahlungssystem bezahlen können.
Vor der ersten Rechnungsstellung klärt das Finanzteam, welche Gesellschaft die Rechnung ausstellt, welche Kontodaten verwendet werden, welche Zahlungsreferenz der Kunde angeben muss und welche Unterlagen erforderlich sind.
Ausserdem legt das Unternehmen fest, was nach dem Zahlungseingang mit dem Geld geschehen soll. Ein Teil des Guthabens kann für zulässige Geschäftsausgaben in Brasilien verwendet werden, der Rest soll an die zentrale Finanzabteilung in der Schweiz fliessen.
Die Kunden zahlen in BRL, und jeder Zahlungseingang wird der entsprechenden Rechnung zugeordnet.
Statt jeden einzelnen Betrag sofort umzutauschen, bündelt das Unternehmen die überschüssigen Einnahmen und nimmt die Umrechnung in regelmässigen Abständen vor.
Bis zum Umtausch kann sich der Wert des BRL-Guthabens in CHF verändern. Deshalb beobachtet das Unternehmen, wie hoch der Nettobestand ist, wann die nächste Überweisung geplant ist und wie sich eine ungünstige Wechselkursentwicklung auf die erwarteten Einnahmen auswirken könnte.
Sobald Betrag und Zeitpunkt der Umrechnung ausreichend sicher feststehen, kann das Unternehmen auch prüfen, ob ein Devisentermingeschäft mit Lieferung oder, je nach Ausgestaltung, ein Devisentermingeschäft ohne Lieferung die Wechselkursunsicherheit verringern könnte, bevor das Geld umgetauscht und in die Schweiz überwiesen wird.
Dieses Beispiel zeigt lediglich einen möglichen Ablauf und ist weder als Standardlösung noch als Empfehlung zu verstehen.
Was sollten Sie klären, bevor die ersten Zahlungen eingehen?
Wie unterstützt SwissFx beim Einzug und bei der Rückführung von Geldern aus Schwellenländern?
Mit SwissFx lassen sich Zahlungseingänge, Währungsguthaben, Umrechnungen und Zahlungen in einer zentralen Lösung bündeln.
Das Multi-Währungskonto bietet Zugang zu mehr als 140 Währungen. In über 30 Währungen sind zudem lokale Zahlungen und Zahlungseingänge möglich.
Für ausgewählte Schwellenländerwährungen stehen lokale oder internationale Zahlungseingänge zur Verfügung, wie die Tabelle oben zeigt.
Eingegangene Gelder können auf dem Konto gehalten, für zulässige Zahlungen in derselben Währung genutzt oder über SwissFx in eine andere Währung umgetauscht werden.
Entsteht zwischen Zahlungseingang und Umtausch ein relevantes Wechselkursrisiko, können passende Möglichkeiten zur Absicherung auf Grundlage des zugrunde liegenden Geschäfts geprüft werden.
SwissFx kann die Rückführung von Geldern aus ausgewählten weniger liquiden Märkten prüfen
Welche Möglichkeiten bestehen, hängt von der Währung, dem Land, der Art der Transaktion, den verfügbaren Unterlagen und den jeweiligen lokalen Vorgaben ab. Wenden Sie sich an unser Team.
Wichtig: Dieser Artikel dient ausschliesslich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Rechts-, Steuer-, Regulierungs- oder Finanzberatung dar. Die Anforderungen an Zahlungseingänge, Währungsumtausch und Rückführung unterscheiden sich je nach Land, Gesellschaft, Währung und Transaktion. Unternehmen sollten sich fachlich beraten lassen und die aktuell verfügbaren Möglichkeiten prüfen, bevor sie handeln.
Prüfen Sie Ihre Zahlungseingänge aus Schwellenländern
Erhalten Sie Einnahmen in Schwellenländerwährungen? SwissFx unterstützt Sie dabei, Zahlungswege, Kontostruktur, Umrechnungszeitpunkte und Möglichkeiten zur Rückführung zu prüfen. Dabei lässt sich frühzeitig erkennen, wo Wechselkursrisiken oder unnötiger Aufwand im Zahlungsprozess entstehen können.