
Lieferanten in China bezahlen: CNY, CNH oder USD?
Für Schweizer Importeure können Rechnungswährung, Umrechnungsweg und Zahlungsart die tatsächlichen Kosten in CHF beeinflussen. Dieser Praxisleitfaden zeigt, wie sich Zahlungen in USD, CNY und CNH vergleichen und wiederkehrende oder künftige Lieferantenzahlungen sinnvoll planen lassen.
Praxisleitfaden
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Bei einer Zahlung an einen Lieferanten in Festlandchina geht es um mehr als den Rechnungsbetrag. Ein Schweizer Importeur erhält möglicherweise ein Angebot in US-Dollar, obwohl der Lieferant selbst in Renminbi arbeitet und seine Kosten in dieser Währung bezahlt. Für den Käufer kann dadurch zunächst eine Umrechnung von CHF in USD entstehen, während der Lieferant den Betrag später nochmals von USD in CNY umtauschen muss.
Entscheidend ist deshalb nicht nur die Rechnungswährung. Ebenso wichtig sind die Fragen, welche Währung der Lieferant tatsächlich empfangen kann, über welchen Zahlungsweg das Geld überwiesen wird und wie hoch die Gesamtkosten in CHF ausfallen, wenn Wechselkurs, Umrechnung und Gebühren gemeinsam betrachtet werden.
Eine direkte Zahlung in CNY oder CNH kann den Ablauf vereinfachen und in manchen Fällen günstiger sein. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt jedoch immer von der konkreten Transaktion ab.
Warum ist der Handel zwischen der Schweiz und China relevant?
China ist für viele Schweizer Unternehmen weiterhin ein wichtiger Beschaffungs- und Produktionsmarkt. Das Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China ist seit dem 1. Juli 2014 in Kraft. Für Waren, die die jeweiligen Voraussetzungen erfüllen, können Zölle reduziert oder ganz aufgehoben werden. Welche Regelung im Einzelfall gilt, hängt jedoch unter anderem von der Zolltarifnummer, dem Warenursprung und den Bestimmungen des Abkommens ab.
Auch der weltweite Trend zu einer geringeren Abhängigkeit vom US-Dollar rückt die Wahl der Zahlungswährung stärker in den Fokus. Manche Lieferanten möchten lieber direkt in ihrer Landeswährung bezahlt werden, anstatt eingehende USD selbst in Renminbi umzutauschen. Das bedeutet nicht automatisch, dass eine direkte Zahlung in Renminbi immer die beste Lösung ist. Für Schweizer Importeure lohnt es sich jedoch, diese Möglichkeit mit dem klassischen Zahlungsweg über den US-Dollar zu vergleichen.
Abgrenzung: Ohne Edelmetalle, Edel- und Schmucksteine, Kunstgegenstände und Antiquitäten.
Quelle: Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit, Handelspartnerstatistik 2025
Was sollten Sie vor der Wahl der Rechnungswährung prüfen?
Schauen Sie nicht nur auf den Wechselkurs, sondern zunächst auf das Angebot des Lieferanten. Erst wenn Preis, Währung und Zahlungsweg wirklich vergleichbar sind, lässt sich beurteilen, ob USD, CNY oder CNH die sinnvollste Wahl ist.
Sollten Sie einen chinesischen Lieferanten in USD, CNY oder CNH bezahlen?
CNY und CNH bezeichnen beide den chinesischen Renminbi, werden jedoch in unterschiedlichen Märkten gehandelt. Deshalb lassen sie sich nicht bei jeder Zahlung gleich verwenden. Eine ausführlichere Erklärung finden Sie in unserem Artikel zum Unterschied zwischen CNY und CNH.
Währung | So kann die Zahlung ablaufen | Das sollten Sie prüfen |
|---|---|---|
USD | Der Schweizer Käufer tauscht CHF in USD. Der Lieferant wechselt den Betrag anschliessend möglicherweise selbst in Renminbi um. | Sind im USD-Angebot bereits Umrechnungskosten, Bankgebühren oder ein Währungsaufschlag enthalten? |
CNY | Der Käufer veranlasst die Zahlung in CHF, die auf dem Zahlungsweg in CNY umgerechnet und dem Lieferanten gutgeschrieben wird, sofern die lokalen Vorgaben dies zulassen. | Kann das Empfängerkonto CNY annehmen und liegen alle erforderlichen Zahlungsangaben vor? |
CNH | Der Käufer tauscht CHF in Offshore-Renminbi und überweist den Betrag über den verfügbaren lokalen oder internationalen Zahlungsweg. | Akzeptiert der Lieferant CNH auf dem angegebenen Konto? |
Zahlungen in Renminbi können den Zugang zu weiteren Lieferanten erleichtern
Kleinere chinesische Lieferanten oder Unternehmen, die vor allem im Inland tätig sind, rechnen häufig lieber in Renminbi ab. Wer in CNY oder CNH zahlen kann, kann deshalb auch mit Lieferanten zusammenarbeiten, die internationale Kunden nicht oder nur ungern in USD fakturieren.
Wie vereinfacht eine direkte Zahlung in Renminbi den Ablauf?
Für viele Schweizer Importeure ist es einfacher, die Rechnung direkt in CNY oder CNH zu vereinbaren, den benötigten Betrag unmittelbar aus CHF umzutauschen und den Lieferanten ohne Umweg über USD zu bezahlen.
So entfallen zusätzliche Umrechnungsschritte, und beide Seiten haben von Anfang an Klarheit über Währung und Betrag. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Zahlung günstiger ist. Der Ablauf wird jedoch transparenter und weniger komplex.
Mit SwissFx können CHF direkt in CNY oder CNH umgetauscht werden. Die folgende Grafik zeigt den Unterschied zwischen einer direkten Renminbi-Zahlung und einer Zahlung über USD als Zwischenwährung.
Die Grafik zeigt den Zahlungsablauf in vereinfachter Form. Welcher Weg im Einzelfall möglich ist, hängt vom Empfängerkonto des Lieferanten und von der gewählten Währung ab.
Wie kommt die Zahlung beim Lieferanten in Festlandchina an?
Je nach Währung und Empfängerkonto kann die Zahlung über einen lokalen oder einen internationalen Zahlungsweg erfolgen.
Bei einer lokalen Zahlung wird das Geld über das inländische Zahlungssystem des Empfängerlandes abgewickelt. Internationale Zahlungen laufen dagegen über ein grenzüberschreitendes Bankennetzwerk.
Dabei können Korrespondenzbanken zwischengeschaltet sein, was sich auf die Bearbeitungszeit, die Gebühren und den tatsächlich gutgeschriebenen Betrag auswirken kann.
Weitere Informationen dazu finden Sie im SwissFx-Leitfaden zu internationalen Überweisungen und Bankzahlungen.
Welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen, hängt von der Renminbi-Währung ab:
CNY: Internationale Zahlungen sind möglich.
CNH: Lokale und internationale Zahlungen sowie Zahlungseingänge sind möglich.
Welcher Zahlungsweg am besten passt, richtet sich nach der gewählten Währung, dem Konto des Lieferanten und den erforderlichen Zahlungsangaben. Diese Punkte sollten deshalb vor dem Währungsumtausch und der Überweisung geklärt werden.
Wie lassen sich die Gesamtkosten in CHF vergleichen?
Der angezeigte Wechselkurs ist nur ein Teil der Rechnung. Um die verschiedenen Zahlungswege sinnvoll zu vergleichen, sollten Unternehmen die gesamten Kosten in CHF betrachten. Dazu gehören der Preis des Lieferanten, die Kosten für den Währungsumtausch, die Zahlungsgebühren und mögliche Abzüge durch zwischengeschaltete Banken oder die Empfängerbank.
Für einen vollständigen Vergleich zählen: Lieferantenpreis + Umrechnungskosten + Zahlungsgebühren + mögliche Bankabzüge.
Beispiel: Ein Schweizer Importeur kauft Anlagen in Shenzhen
Angenommen, der Lieferant verlangt ursprünglich 1’000’000 CNH. Zusätzlich bietet er eine Rechnung in USD an. In diesem Beispiel enthält der USD-Preis einen angenommenen Aufschlag von 2%, mit dem der Lieferant mögliche Umrechnungskosten, Wechselkursschwankungen und Bankgebühren abdecken möchte:
Zahlungsweg | Beispielhafter Rechnungsbetrag |
|---|---|
Rechnung in USD | Gegenwert von 1’020’000 CNH, einschliesslich des angenommenen Aufschlags von 2% |
Direkte Rechnung in CNH | 1’000’000 CNH |
Im nächsten Schritt sollte der Importeur berechnen, wie viele CHF für die USD-Rechnung und wie viele CHF für die direkte CNH-Rechnung benötigt werden. Wichtig ist, beide Varianten möglichst zum gleichen Zeitpunkt zu vergleichen und anschliessend die jeweiligen Überweisungsgebühren einzubeziehen.
Eine Rechnung in CNH ist dabei nicht automatisch günstiger. Manche Lieferanten schlagen bei einer USD-Rechnung keine zusätzlichen Umrechnungskosten auf. Ausserdem hängt das Ergebnis davon ab, welche Wechselkurse und Gebühren dem Käufer tatsächlich angeboten werden.
Die 2% dienen ausschliesslich als Rechenbeispiel. Sie stellen weder einen üblichen Lieferantenaufschlag noch eine garantierte Ersparnis dar.
Geschätzte Kosten einer Lieferantenzahlung in CNY berechnen
Wie lassen sich wiederkehrende oder künftige Lieferantenzahlungen organisieren?
Mehrere Lieferanten in einem Zahlungslauf bezahlen
Bezahlt ein Unternehmen mehrere chinesische Lieferanten oder wiederholt sich derselbe Ablauf jeden Monat, können Sammelzahlungen die einzelnen Transaktionen in einem Zahlungslauf bündeln. Wo eine Anbindung an das ERP-System möglich ist, lässt sich auch die manuelle Dateneingabe reduzieren und die Übertragung bereits freigegebener Zahlungsdaten vereinfachen.
Vor der Freigabe sollten Empfängerdaten, Beträge und Währungen dennoch sorgfältig geprüft werden. Ebenso wichtig sind klar geregelte Zugriffsrechte und Freigabeprozesse.
Künftige Zahlungen in CNY oder CNH besser planbar machen
Ein Devisentermingeschäft kann den Wechselkurs für eine ausreichend sichere künftige Zahlung festlegen und die Kosten in CHF besser planbar machen. SwissFx bietet derzeit Devisentermingeschäfte mit Lieferung für Unternehmen an, die CNY oder CNH kaufen. Für CNY stehen zudem Devisentermingeschäfte ohne Lieferung zur Verfügung.
Bei einem Devisentermingeschäft mit Lieferung wird die vereinbarte Währung bei Fälligkeit bereitgestellt und kann anschliessend für die Lieferantenzahlung verwendet werden.
Bei einem Devisentermingeschäft ohne Lieferung wird dagegen nur die Differenz zwischen dem vereinbarten Kurs und einem Referenzkurs ausgeglichen. CNY werden dabei nicht geliefert. Die eigentliche Zahlung an den Lieferanten muss deshalb separat organisiert werden.
Das Geschäft sollte möglichst genau auf den erwarteten Betrag und den Zahlungstermin abgestimmt sein. Die Verfügbarkeit hängt von der Eignung des Kunden, der jeweiligen Prüfung und den vereinbarten Bedingungen ab.
Liquiditätslücken bis zum Verkauf der Waren überbrücken
Wird eine freigegebene Lieferantenrechnung fällig, bevor die eingekauften Waren Umsätze erzielen, kann eine separate Betriebsmittelfinanzierung helfen.
Bei SwissFx bezahlt der Finanzierungspartner den Lieferanten in der jeweiligen Landeswährung. Das Schweizer Unternehmen zahlt den Betrag bis zu 150 Tage später in seiner eigenen Währung zurück.
Zu den Voraussetzungen gehören ein operativer Umsatz von mehr als 1 Million GBP, ein materielles Nettovermögen von über 100’000 GBP und eine Geschäftstätigkeit von mindestens zwei Jahren.
Die Finanzierung erfolgt über einen zertifizierten Finanzierungspartner und unterliegt einer Kreditprüfung, der Eignungsprüfung sowie den vereinbarten Bedingungen.
Was sollten Sie klären, bevor Sie den Zahlungsweg festlegen?
Wie erleichtert SwissFx Zahlungen an Lieferanten in China?
SwissFx vereint Währungsumtausch, Zahlungsabwicklung und Planung auf einer Plattform. Für viele Importeure ist der direkteste Weg, CHF in die vom Lieferanten gewünschte Renminbi-Währung umzutauschen und die Zahlung anschliessend direkt über SwissFx auszuführen.
Bedarf | Lösung mit SwissFx |
|---|---|
Direkte Zahlungen in CNY | |
Zahlungen in CNH | Lokale und internationale Zahlungen sowie Zahlungseingänge in CNH |
Wiederkehrende Zahlungsabläufe | |
Künftiges Währungsrisiko | |
Liquidität für Lieferantenzahlungen |
Welche Lösung am besten passt, hängt vom Empfängerkonto des Lieferanten, der Rechnungswährung, der Häufigkeit der Zahlungen, der Planungssicherheit und dem Liquiditätsbedarf des Unternehmens ab. Bevor die Konditionen mit dem Lieferanten endgültig vereinbart werden, sollte deshalb geprüft werden, welche Möglichkeiten für die konkrete Zahlung verfügbar sind.
Lieferantenzahlungen nach China einfacher abwickeln
Vergleichen Sie mit SwissFx Zahlungen in CNY, CNH und USD, ermitteln Sie die tatsächlichen Gesamtkosten in CHF und finden Sie den Zahlungsweg, der am besten zu Ihren Terminen und geschäftlichen Anforderungen passt.