Person mit rotem Regenschirm auf einem nassen Weg in einem herbstlichen Park.

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Wechselkursrisiken managen: Strategien für KMU

Strategien zum Management von Wechselkursrisiken: So schützen Schweizer KMU ihre Gewinnmargen ohne unnötige Komplexität.

Für viele Schweizer Unternehmen sind Wechselkursrisiken kein Thema des Devisenhandels, sondern eine Herausforderung für Gewinnmargen und Budgetplanung. Sie entstehen in der Zeit zwischen der Preisvereinbarung und der endgültigen Zahlung.

Ausführlicher Leitfaden

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Der Lieferant hat seinen Preis nicht geändert, und auch die Vertragsbedingungen sind gleich geblieben. Trotzdem kostet die Bestellung ein Schweizer Unternehmen am Ende in Schweizer Franken mehr als erwartet. Der Unterschied kann allein durch Wechselkursschwankungen zwischen der Preisvereinbarung und der Währungsumrechnung entstehen. 

Für Unternehmen mit Einnahmen in CHF und Kosten in EUR, GBP oder einer anderen Währung kann dies eine bereits ausgehandelte Gewinnmarge schmälern und die Budgetplanung erschweren. Beim FX-Risikomanagement geht es deshalb nicht in erster Linie darum, Wechselkurse vorherzusagen. Entscheidend ist vielmehr, Wechselkursrisiken zu erkennen, einzuschätzen, wie viel Unsicherheit das Unternehmen tragen kann, und geeignete Maßnahmen zu ihrer Steuerung zu ergreifen. 

Wechselkursrisiken entstehen bereits vor der Zahlung

Was sind Wechselkursrisiken?

Darunter versteht man das Risiko, dass sich der Wert einer Zahlung, eines Zahlungseingangs, eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit in der Landeswährung durch Wechselkursschwankungen verändert. 

Im Geschäftsalltag können Wechselkursrisiken bereits entstehen, sobald ein Preis vereinbart, eine Bestellung verbindlich aufgegeben oder ein Vertrag mit einem Kunden abgeschlossen wird. Wer den Wechselkurs erst bei Fälligkeit der Rechnung berücksichtigt, trägt das Risiko unter Umständen bereits seit mehreren Wochen oder sogar Monaten. 

Der Zeitraum zwischen der geschäftlichen Vereinbarung und der tatsächlichen Währungsumrechnung wird als Risikoperiode bezeichnet. Ein Importeur leistet beispielsweise bei der Bestellung eine Anzahlung und begleicht den Restbetrag vor dem Versand. Ein Exporteur erhält den Zahlungseingang unter Umständen erst 60 oder 90 Tage nach der Rechnungsstellung. In beiden Fällen kann der Wechselkurs bei der Zahlung von dem Kurs abweichen, der ursprünglich der Kalkulation der Gewinnmarge oder der Budgetplanung zugrunde lag. 

Drei Arten von Wechselkursrisiken


Was verändert sich?

Beispiel

Transaktionsrisiko

Der CHF-Wert einer künftigen Zahlung oder eines künftigen Zahlungseingangs

Eine Lieferantenrechnung in EUR kostet vor der Zahlung aufgrund von Wechselkursänderungen mehr in CHF.

Umrechnungsrisiko

Der ausgewiesene CHF-Wert von Vermögenswerten, Verbindlichkeiten oder Abschlüssen in Fremdwährung

Die Bilanz einer ausländischen Tochtergesellschaft wird in CHF umgerechnet.

Ökonomisches Risiko

Die langfristige Kostenstruktur oder Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens

Importierte Waren werden im Vergleich zu lokalen Alternativen dauerhaft teurer.

Nicht alle Arten von Wechselkursrisiken sind für jedes Unternehmen gleich relevant. Dieser Artikel konzentriert sich vor allem auf das Transaktionsrisiko. Gemeint ist das Risiko, dass sich der Wert einer bereits feststehenden künftigen Zahlung oder eines Zahlungseingangs bis zur tatsächlichen Abwicklung verändert. Es steht in direktem Zusammenhang mit Lieferantenzahlungen, Kundenzahlungen, der Preisgestaltung sowie dem Schutz von Gewinnmargen auf kurze bis mittlere Sicht. 

Nicht die Volatilität ist entscheidend, sondern das Wechselkursrisiko

Entscheidend ist nicht allein, ob sich der EUR/CHF- oder GBP/CHF-Wechselkurs verändert. Viel wichtiger ist die Frage, ob eine realistische Wechselkursbewegung die Gewinnmarge, die Budgetplanung oder den Cashflow eines Unternehmens spürbar beeinträchtigen könnte. 

Eine volatile Währung führt nicht automatisch zu einem ernsthaften Geschäftsrisiko. Ausschlaggebend ist vielmehr, wie hoch das tatsächliche Wechselkursrisiko ist und ob das Unternehmen die Auswirkungen auffangen kann. Umgekehrt können selbst vergleichsweise geringe Wechselkursschwankungen erhebliche Folgen haben – etwa für Unternehmen mit niedrigen Gewinnmargen, hohem Importvolumen oder nur begrenzten Möglichkeiten, Preiserhöhungen an ihre Kunden weiterzugeben. 

Die Gewinnmarge im Blick

Vier Faktoren helfen dabei einzuschätzen, wie hoch das Risiko für die Gewinnmarge ist, wie lange ein Wechselkursrisiko besteht und wie stark sich ungünstige Wechselkursbewegungen auf das erwartete Ergebnis auswirken können. 

  1. Netto-Währungsposition bezeichnet den Teil der Zahlungen und Zahlungseingänge, der auch nach einer Verrechnung innerhalb derselben Währung dem Wechselkursrisiko ausgesetzt bleibt. Erzielt ein Unternehmen beispielsweise Einnahmen in EUR, die zur Bezahlung von Lieferanten in EUR verwendet werden können, reduziert sich der Betrag, der letztlich von CHF in EUR umgerechnet werden muss. 

  2. Zeit bis zur Zahlung beschreibt den Zeitraum zwischen der Preisvereinbarung und der tatsächlichen Zahlung. Je länger dieser Zeitraum ist, desto länger bleibt der endgültige Rechnungsbetrag Wechselkursschwankungen ausgesetzt. 

  3. Margensensitivität zeigt, wie stark sich Wechselkursänderungen auf die erwartete Gewinnmarge auswirken können. Dieselbe Wechselkursbewegung kann bei einer Transaktion mit hoher Marge kaum ins Gewicht fallen, bei einer geringen Marge jedoch erhebliche Auswirkungen haben. 

  4. Preissetzungsspielraum beschreibt, inwieweit ein Unternehmen höhere währungsbedingte Kosten an seine Kunden weitergeben kann. Sind die Verkaufspreise bereits vereinbart oder lassen sie sich nur schwer anpassen, muss das Unternehmen die zusätzlichen Kosten unter Umständen selbst tragen. 

Beispiel 

Betrachten wir eine fiktive Lieferantenbestellung über 100.000 EUR: 


Bei der Bestellung

Bei der Rechnungszahlung

Auswirkung

Preis des Lieferanten

EUR 100.000

EUR 100.000

Keine Änderung

Angenommener EUR/CHF-Wechselkurs

0,94

0,98

Der EUR gewinnt gegenüber dem CHF an Wert

Kosten in Schweizer Franken

CHF 94.000

CHF 98.000

+4.000 CHF

Erwartete Bruttomarge

CHF 20.000

CHF 16.000

–4.000 CHF

Rückgang der Bruttomarge

20 %

Der Preis des Lieferanten bleibt unverändert. Durch die Wechselkursentwicklung steigen die Kosten in Schweizer Franken jedoch um 4.000 CHF. Dadurch sinkt die erwartete Bruttomarge von 20.000 CHF auf 16.000 CHF – ein Rückgang um 20 %.

Die verwendeten Wechselkurse und Beträge dienen ausschließlich der Veranschaulichung und stellen ein fiktives Beispiel dar.

Die Fallstudie von SwissFx zur Stabilisierung von Gewinnmargen trotz Wechselkursschwankungen verdeutlicht denselben Grundgedanken: Ziel ist eine bessere Planbarkeit – nicht die Aussage, dass eine bestimmte Methode grundsätzlich einen günstigeren Wechselkurs bietet. 

Analyse von Wechselkursrisiken vor der Absicherung 

Die Netto-Währungsposition ist aussagekräftiger als das gesamte Zahlungsvolumen

  • Angenommen, ein Unternehmen erwartet im selben Zeitraum Zahlungseingänge in Höhe von 70.000 EUR und Zahlungen von 100.000 EUR. Stimmen Zeitpunkt und Eintrittswahrscheinlichkeit beider Zahlungsströme überein, beträgt der tatsächliche Finanzierungsbedarf in EUR lediglich 30.000 EUR und nicht die gesamten 100.000 EUR. Werden beide Zahlungsströme getrennt betrachtet, kann das Wechselkursrisiko überschätzt werden und unnötige Währungsumrechnungen verursachen. 


  • Außerdem sollten verbindliche Verpflichtungen klar von Prognosen unterschieden werden. Eine bestätigte Lieferantenbestellung ist nicht mit einem erwarteten saisonalen Einkauf oder einem Angebot gleichzusetzen, das möglicherweise nie den Zuschlag erhält. Wird ein unsicherer Zahlungsstrom abgesichert, obwohl die zugrunde liegende Transaktion nicht zustande kommt, kann dadurch ein neues Wechselkursrisiko entstehen. 

Erstellen Sie ein Profil Ihrer Wechselkursrisiken

Die Höhe einer künftigen Zahlung ist nur ein Teil der Analyse. Unternehmen sollten außerdem wissen, wann das Wechselkursrisiko entsteht, wie lange es besteht, wie wahrscheinlich die zugrunde liegende Transaktion ist und welche Auswirkungen ungünstige Wechselkursbewegungen auf das Unternehmen haben können.

Aspekt

Was sollte analysiert werden? 

Warum ist das wichtig?

Netto-Währungsposition

Erwartete Zahlungen abzüglich der Zahlungseingänge, die in derselben Währung verwendet werden können

Zeigt, welcher Betrag tatsächlich umgerechnet werden muss.

Risikoperiode

Zeitpunkt der Preis- oder Vertragsvereinbarung sowie der voraussichtliche Zahlungstermin

Zeigt, wie lange Einnahmen oder Ausgaben dem Wechselkursrisiko ausgesetzt sind. 

Verbindlichkeit der Transaktion

Verbindlich vereinbart, sehr wahrscheinlich, prognostiziert oder unsicher

Hilft zu vermeiden, dass eine Absicherung umfangreicher oder länger besteht als die zugrunde liegende Transaktion.

Geschäftliche Relevanz

Mögliche Auswirkungen auf Gewinnmarge, Budget, Preisgestaltung oder Cashflow

Zeigt, ob das Wechselkursrisiko groß genug ist, um Maßnahmen zu rechtfertigen.

Tipp von SwissFx: Ein FX-Audit hilft dabei, diese Faktoren gemeinsam zu betrachten – ebenso wie aktuelle Wechselkursaufschläge, Zeitpunkte der Währungsumrechnung und bestehende Zahlungsprozesse. Ziel ist es, Wechselkursrisiken systematisch zu identifizieren, gegenläufige Zahlungsströme zu erkennen und unnötige Komplexität in den bestehenden Abläufen aufzudecken.

Natürliche Währungsabsicherung und organisatorische Maßnahmen zur Verringerung von Wechselkursrisiken

Ein Teil des Wechselkursrisikos lässt sich bereits durch die Gestaltung von Verträgen, Zahlungsabläufen und Kontostrukturen reduzieren. Dieser Ansatz wird als natürliche Währungsabsicherung (Natural Hedging) bezeichnet. Zwar lassen sich Wechselkursrisiken dadurch nicht vollständig vermeiden, wiederkehrende Währungsumrechnungen können jedoch reduziert und das verbleibende Netto-Wechselkursrisiko besser nachvollzogen werden. 

  • Soweit möglich sollten Einnahmen und Ausgaben in derselben Fremdwährung aufeinander abgestimmt werden, damit weniger Beträge über die Heimatwährung umgerechnet werden müssen. Erzielt ein Schweizer Unternehmen beispielsweise Einnahmen in EUR und bezahlt auch seine Lieferanten in EUR, kann es einen Teil dieser Zahlungseingänge für künftige Lieferantenrechnungen verwenden. Ein Mehrwährungskonto unterstützt dieses Vorgehen, da es das Halten, Empfangen und Versenden von Geldern in verschiedenen Währungen ermöglicht.  

  • Auch die vertraglichen Vereinbarungen können Einfluss auf die Dauer des Wechselkursrisikos haben. Unternehmen sollten daher unter anderem die Rechnungswährung, den Zahlungsplan, die Gültigkeitsdauer von Angeboten sowie Preisanpassungsklauseln überprüfen.  

  • Eine breitere Auswahl an Lieferanten kann zudem dazu beitragen, Wechselkursrisiken zu streuen. Dies sollte jedoch nur erfolgen, wenn dadurch auch Qualität, Lieferfähigkeit, Preisgestaltung und die übergeordnete Beschaffungsstrategie unterstützt werden. 

Wo natürliche Währungsabsicherung an ihre Grenzen stößt 

Organisatorische Maßnahmen können das gesamte Wechselkursrisiko verringern, sie beseitigen jedoch nicht zwangsläufig ein verbleibendes Netto-Wechselkursrisiko, zeitliche Unterschiede zwischen Zahlungen und Zahlungseingängen oder die Unsicherheit künftiger Transaktionen. Das verbleibende Risiko sollte daher ermittelt und bewusst akzeptiert oder mit geeigneten Maßnahmen gesteuert werden. 

Instrumente zur Absicherung von Wechselkursrisiken 

Sobald sich vermeidbare Wechselkursrisiken reduziert haben, kann das Unternehmen entscheiden, wie das verbleibende Netto-Wechselkursrisiko gesteuert werden soll. Welche Lösung geeignet ist, hängt unter anderem von der jeweiligen Währung, dem Grad der Planungssicherheit, dem erforderlichen Maß an Flexibilität und dem Verständnis der eingesetzten Instrumente ab. Kassageschäfte und Termingeschäfte erfüllen dabei unterschiedliche Anforderungen – je nachdem, wann eine Währungsumrechnung erforderlich ist. 

Praktischer Vergleich

Wirkungsweise 

Kassageschäft (Spot Transaction)

Die Währungsumrechnung erfolgt zum Wechselkurs, der zum Zeitpunkt der Ausführung gilt.

Lieferbares Termingeschäft (Deliverable Forward)

Der Wechselkurs für eine künftige Währungsumrechnung wird im Voraus festgelegt.

NDF (Non-Deliverable Forward)

Zum Fälligkeitstermin wird lediglich die Differenz zwischen dem vereinbarten Terminkurs und dem Referenzkurs ausgeglichen; die zugrunde liegende Währung wird nicht geliefert.

Währungsoption

Das Unternehmen erhält das Recht, aber nicht die Pflicht, eine Währung zu einem zuvor vereinbarten Wechselkurs umzutauschen.

Wichtigster Kompromiss

Kassageschäft (Spot Transaction)

Das Unternehmen bleibt bis zur Ausführung dem Wechselkursrisiko ausgesetzt. 

Lieferbares Termingeschäft (Deliverable Forward)

Das Termingeschäft bleibt verbindlich, auch wenn sich der Wechselkurs später zugunsten des Unternehmens entwickelt.

NDF (Non-Deliverable Forward)

Die zugrunde liegende Währung wird nicht geliefert, dennoch entstehen vertragliche Verpflichtungen.

Währungsoption

Prämien, Vertragsgestaltung und Risiken können komplexer sein.

Sinnvoll, wenn …

Kassageschäft (Spot Transaction)

Die Zahlung kurzfristig erfolgen muss oder der Betrag noch nicht zuverlässig feststeht.

Lieferbares Termingeschäft (Deliverable Forward)

Betrag und Zeitpunkt der Zahlung oder des Zahlungseingangs weitgehend feststehen.

NDF (Non-Deliverable Forward)

Ein lieferbares Termingeschäft nicht verfügbar ist oder ein NDF bevorzugt wird.

Währungsoption

Flexibilität wichtig ist und das Unternehmen die Funktionsweise sowie die möglichen Folgen des Instruments versteht.

Termingeschäfte

Mit einem lieferbaren Termingeschäft (Deliverable Forward) kann ein Unternehmen bereits heute einen Wechselkurs für eine künftige Währungsumrechnung festlegen. Dadurch lässt sich der Gegenwert einer bekannten Zahlung oder eines Zahlungseingangs in Fremdwährung bereits im Voraus in Schweizer Franken bestimmen. Das Termingeschäft bleibt verbindlich, auch wenn sich der Wechselkurs später zugunsten des Unternehmens entwickelt. Änderungen oder eine vorzeitige Auflösung des Vertrags können zusätzliche Kosten verursachen. Termingeschäfte und andere Instrumente zur Absicherung von Wechselkursrisiken setzen eine Bonitätsprüfung sowie die Erfüllung der jeweiligen Voraussetzungen voraus.

NDFs 

Ein Non-Deliverable Forward (NDF) kann in bestimmten Märkten eingesetzt werden, wenn kein lieferbares Termingeschäft verfügbar ist. Im Gegensatz zu einem lieferbaren Termingeschäft wird dabei keine Währung tatsächlich geliefert. Zu Beginn des Vertrags werden der Währungsbetrag, der vereinbarte Terminkurs und der Fälligkeitstermin festgelegt. Am Fälligkeitstag wird der vereinbarte Terminkurs mit dem offiziellen Referenzkurs verglichen. Die Differenz wird anschließend in EUR, USD, GBP oder CHF ausgeglichen. 

Währungsoptionen

Mit einer Währungsoption erhält ein Unternehmen das Recht, jedoch nicht die Pflicht, eine Währung zu einem zuvor vereinbarten Wechselkurs an oder vor einem festgelegten Termin umzutauschen. Entwickelt sich der Marktwechselkurs ungünstig, kann das Unternehmen die Option ausüben und zum vereinbarten Wechselkurs tauschen. Fällt der Marktwechselkurs dagegen günstiger aus, kann es die Option unter Umständen verfallen lassen und stattdessen den besseren Marktwechselkurs nutzen. 

Diese Flexibilität ist in der Regel mit Kosten verbunden, beispielsweise in Form einer Optionsprämie. Darüber hinaus können bestimmte Optionsstrukturen komplexer sein und zusätzliche Verpflichtungen oder potenzielle Verluste mit sich bringen. Währungsoptionen eignen sich daher nicht für jedes Unternehmen. 

Kontostände, Währungsabsicherung und Zahlungen effizient verwalten 

Die Steuerung von Wechselkursrisiken kann schnell komplex werden, wenn Kontostände, Währungsumrechnungen, Absicherungsgeschäfte und Lieferantenzahlungen über verschiedene Systeme abgewickelt werden. SwissFx vereint Mehrwährungskonten, Währungsumrechnungen, geeignete Instrumente zur Absicherung von Wechselkursrisiken sowie internationale Zahlungen auf einer zentralen Plattform. So kann das Finanzteam Absicherungsgeschäfte direkt mit den zugrunde liegenden Geschäftsvorfällen verknüpfen und Zahlungen in derselben Arbeitsumgebung ausführen – unterstützt von einem persönlichen Ansprechpartner.  

Entdecken Sie die Services von SwissFx. 

So bestimmen Sie die passende Absicherungsquote

Eine höhere Absicherungsquote führt nicht automatisch zu einem besseren Management von Wechselkursrisiken. Entscheidend ist vielmehr, wie sicher die zugrunde liegende Transaktion ist und welche Auswirkungen das Wechselkursrisiko auf das Unternehmen haben kann. Wird eine noch unsichere Prognose abgesichert, kann es zu einer Fehlanpassung kommen, wenn sich der Auftrag später ändert oder gar nicht zustande kommt. Bleibt hingegen eine bereits bestätigte Transaktion mit geringer Gewinnmarge ungesichert, kann eine ungünstige Wechselkursentwicklung die erwartete Marge deutlich schmälern. 

Abstufung nach Planungssicherheit

Kategorie

Beispiel

Strategische Überlegung

Bestätigt

Unterzeichneter Lieferantenauftrag

Die beste Grundlage für eine Absicherung.

Sehr wahrscheinlich

Regelmäßige monatliche Beschaffung

Kann eine schrittweise Absicherung sinnvoll machen, wenn die Planungssicherheit weiter zunimmt.

Prognostiziert

Erwartete saisonale Nachfrage

Erfordert regelmäßige Überprüfung und ein höheres Maß an Flexibilität.

Unsicher

Möglicher Auftrag oder Ausschreibung

Eine Absicherung kann zu einer Fehlanpassung führen, wenn die Transaktion nicht zustande kommt.

Auch die Kombination aus Kassageschäften und Absicherungsinstrumenten hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von der Gewinnmarge, dem Planungshorizont, dem Preissetzungsspielraum, saisonalen Schwankungen, dem Cashflow-Bedarf und der Zuverlässigkeit der Prognosen. Ein Unternehmen kann beispielsweise zunächst bestätigte Aufträge absichern, den Absicherungsschutz schrittweise ausweiten, sobald wiederkehrende Prognosen verlässlicher werden, und für unsichere Zahlungsströme die Flexibilität von Kassageschäften beibehalten.

Treffen Sie Absicherungsentscheidungen nach einem klaren Prozess 

Mit einigen wenigen, klar definierten Grundsätzen kann das Finanzteam Entscheidungen zur Absicherung von Wechselkursrisiken einheitlicher und nachvollziehbarer treffen.  

  • Das Unternehmen kann festlegen, welche Arten von Wechselkursrisiken abgesichert werden sollen, beispielsweise bestätigte Lieferantenbestellungen oder regelmäßig wiederkehrende, gut planbare Zahlungen.  

  • Es kann außerdem festlegen, wie hoch die Planungssicherheit einer Transaktion sein muss, bevor eine Absicherung in Betracht gezogen wird. So wird verhindert, dass prognostizierte Transaktionen genauso behandelt werden wie verbindliche Verpflichtungen. 

  • Freigabestufen können festlegen, wer bei unterschiedlichen Beträgen oder für verschiedene Absicherungsinstrumente Entscheidungen treffen darf.  

  • Ein maximaler Absicherungshorizont kann verhindern, dass sich das Unternehmen über den Zeitraum verlässlicher Prognosen hinaus bindet.  

  • Feste Überprüfungstermine, beispielsweise monatlich oder quartalsweise, können genutzt werden, um bestehende Absicherungen mit den aktuellen Zahlungsprognosen abzugleichen und den Ansatz bei veränderten Geschäftsbedingungen anzupassen.

Ziel ist nicht die Einführung einer komplexen Treasury-Richtlinie. Vielmehr soll das Finanzteam einen einfachen und klaren Entscheidungsrahmen erhalten, der sich konsequent anwenden lässt. So muss bei jeder Fremdwährungszahlung nicht erneut von Grund auf über das Vorgehen entschieden werden.

Praxisbeispiel: Ein Schweizer Lebensmittel- und Getränkelieferant 

Stellen Sie sich einen Schweizer Lieferanten vor, der Restaurants und Hotels beliefert. Seine Kunden zahlen in Schweizer Franken (CHF), während seine Lieferanten Rechnungen in Euro (EUR) und Britischen Pfund (GBP) stellen. 

Das Währungsrisiko lässt sich in drei Bereiche unterteilen: bereits bestätigte Bestellungen, wiederkehrende Einkäufe, deren endgültiger Umfang von der Nachfrage abhängt, sowie kurzfristige Bestellungen, die sich nur schwer vorhersagen lassen. Positionen in Euro und Britischen Pfund sollten getrennt betrachtet werden, da sich Zahlungszeitpunkte, Lieferanten und Margen je nach Währung unterscheiden können. 

Ein möglicher Ansatz

Schritt 1 — Nutzung natürlicher Währungsabsicherungen 
Da das Unternehmen seine Umsätze überwiegend in Schweizer Franken (CHF) erzielt, bestehen nur begrenzte Möglichkeiten zur natürlichen Währungsabsicherung. Zunächst sollte geprüft werden, ob an anderer Stelle im Unternehmen Zahlungseingänge in Euro (EUR) oder Britischen Pfund (GBP) anfallen. Stimmen Währung und Zahlungszeitpunkt überein, können diese direkt für Lieferantenzahlungen genutzt werden. Stehen keine entsprechenden Zahlungseingänge zur Verfügung, bleibt das Wechselkursrisiko weitgehend einseitig bestehen. 

Schritt 2 — Verbindliche Verpflichtungen priorisieren 
Im nächsten Schritt sollten bestätigte Bestellungen mit längeren Lieferzeiten geprüft werden. Sind Zahlungsbetrag und Fälligkeit bereits bekannt und könnten Wechselkursschwankungen die Marge spürbar beeinflussen, kann der Einsatz von Termingeschäften sinnvoll sein. 

Schritt 3 — Flexibilität bei unsicheren Zahlungen bewahren 
Wiederkehrende Einkäufe können schrittweise abgesichert werden, sobald die Bedarfsprognosen verlässlicher werden. Bei kurzfristigen oder noch unsicheren Zahlungen kann es dagegen sinnvoll sein, zunächst flexibel zu bleiben und den jeweiligen Kassakurs zu nutzen, bis der tatsächliche Zahlungsbedarf feststeht. 

Schritt 4 — Konten, Absicherung und Zahlungen aufeinander abstimmen 
In der Praxis kann das Unternehmen Guthaben in CHF, EUR und GBP auf einer gemeinsamen Plattform verwalten, vorhandene Zahlungseingänge in derselben Währung direkt nutzen, flexible Zahlungen zum Kassakurs abwickeln und Termingeschäfte gezielt für bestimmte Lieferantenzahlungen einsetzen. Ein persönlicher Ansprechpartner kann die Position regelmäßig überprüfen, sobald neue Bestellungen bestätigt werden. So lassen sich Währungsstrategie, Kontostände und Zahlungsabwicklung kontinuierlich auf den Einkaufsprozess abstimmen.

Vorteile und Grenzen dieses Ansatzes 

Dieser Ansatz kann dazu beitragen, bestimmte Kosten besser planbar zu machen und die Preisgestaltung zu unterstützen. Er garantiert jedoch weder den besten Wechselkurs noch schützt er vor fehlerhaften Prognosen oder ermöglicht es, jede günstige Wechselkursentwicklung auszunutzen. Ändern sich Bestellvolumen, Zahlungszeitpunkte oder die Konditionen der Lieferanten, sollte der Ansatz entsprechend angepasst werden. Dieses fiktive Beispiel dient ausschließlich der Veranschaulichung eines möglichen Vorgehens und stellt keine Handlungsempfehlung dar. 

Entwicklung einer passenden Strategie zum Management von Wechselkursrisiken

Eine wirksame Strategie zum Management von Wechselkursrisiken muss nicht sämtliche Währungsrisiken ausschließen oder auf einer Vielzahl komplexer Finanzinstrumente beruhen. Sie sollte mit einem klaren Überblick über das Netto-Währungsrisiko des Unternehmens beginnen. Ebenso wichtig sind die Planungssicherheit und der zeitliche Ablauf der zugrunde liegenden Geschäfte sowie deren mögliche Auswirkungen auf die Gewinnmarge.  

Darauf aufbauend kann das Unternehmen vermeidbare Wechselkursrisiken durch geeignete betriebliche Maßnahmen reduzieren und Kassageschäfte oder Absicherungsinstrumente gezielt nutzen, sofern hierfür ein konkreter geschäftlicher Bedarf besteht. 

SwissFX vereint diese Leistungen auf einer zentralen Plattform: Fremdwährungskonten, internationale Zahlungen, Devisenkassageschäfte sowie Instrumente zur Absicherung von Wechselkursrisiken wie Termingeschäfte, NDFs und, sofern sinnvoll, Optionen. Unterstützt durch einen persönlichen Ansprechpartner können Unternehmen Konten, Zahlungen und geeignete Absicherungsinstrumente zentral verwalten und ihre Währungsstrategie an ihren tatsächlichen Geschäftsabläufen ausrichten.

Kennen Sie die Wechselkursrisiken, die Ihre Gewinnmarge beeinflussen können?

Wechselkursrisiken bleiben oft unbemerkt und gehen weit über offensichtliche Wechselkursschwankungen oder sichtbare Gebühren hinaus. Mit einem FX Risk Audit von SwissFX erkennen Sie auf einen Blick, wie sich Währungsströme, Zahlungszeitpunkte sowie Entscheidungen zur Währungsumrechnung oder Absicherung auf Ihre Gewinnmarge und die Planbarkeit Ihres Budgets auswirken. So lassen sich Risiken erkennen, die bislang möglicherweise unentdeckt geblieben sind.

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