
Handel mit Thailand: Ein Leitfaden zum Währungspaar CHF/THB
Das bevorstehende Freihandelsabkommen zwischen der EFTA und Thailand könnte Schweizer Importeuren und Exporteuren neue Möglichkeiten eröffnen. Die Wahl der passenden Währung, klare Zahlungsbedingungen, der Umgang mit Wechselkursrisiken und eine vorausschauende Cashflow-Planung bleiben dabei wichtige Faktoren.
Praxisleitfaden
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Thailand zählt zu den wichtigsten Handels- und Produktionsstandorten in Südostasien. Das Land verfügt über eine breit aufgestellte Industrie – von der Automobil- und Elektronikbranche bis hin zur Agrarwirtschaft. Dank seiner strategischen Lage innerhalb der ASEAN-Region ist Thailand zudem ein attraktiver Markt für Schweizer Exporteure.
Schweizer Unternehmen handeln auf unterschiedliche Weise mit Thailand. Einige importieren Maschinen, Komponenten, Lebensmittel, Bekleidung oder andere Industriegüter. Andere exportieren Pharmazeutika, Präzisionsinstrumente, Maschinen, Luxusgüter oder Dienstleistungen für Unternehmen nach Thailand.
Das Freihandelsabkommen zwischen Thailand und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), zu deren Mitgliedern auch die Schweiz gehört, könnte die Handelsbeziehungen künftig weiter stärken.
Unabhängig davon, ob ein Schweizer Unternehmen Waren aus Thailand importiert oder dorthin exportiert – der Warenpreis allein bestimmt noch nicht die tatsächlichen Kosten eines Geschäfts. Auch die Rechnungswährung, Zahlungsfristen, Wechselkurse und Bankgebühren wirken sich auf die Gewinnmarge und den Cashflow aus.
Dieser Leitfaden erläutert die wichtigsten Aspekte rund um Währungen und Zahlungen, die Schweizer Unternehmen beim Handel mit Thailand berücksichtigen sollten.
Welche Auswirkungen könnte das EFTA–Thailand-Abkommen auf Schweizer Unternehmen haben?
Das Abkommen wurde am 23. Januar 2025 unterzeichnet. Es tritt jedoch erst in Kraft, wenn die innerstaatlichen Verfahren in Thailand und den EFTA-Mitgliedstaaten abgeschlossen sind.
Nach dem Inkrafttreten sollen Zölle auf begünstigte Waren gesenkt oder vollständig abgeschafft und der Marktzugang in verschiedenen Bereichen verbessert werden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Lieferung automatisch von niedrigeren Zollsätzen profitiert. Ob ein Produkt begünstigt ist, hängt unter anderem von seiner zolltariflichen Einreihung und seinem Ursprungsland ab.
Darüber hinaus umfasst das Abkommen weitere Bereiche wie den Handel mit Dienstleistungen, Investitionen, geistiges Eigentum, Wettbewerbsrecht und das öffentliche Beschaffungswesen. Wie relevant diese Regelungen in der Praxis sind, hängt von der jeweiligen Geschäftstätigkeit des Unternehmens ab.
Das Abkommen könnte Schweizer Importeuren und Exporteuren somit neue Chancen eröffnen. Unternehmen sollten jedoch für jedes Produkt und jede Transaktion genau prüfen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.
Was sollte mit einem thailändischen Geschäftspartner vereinbart werden?
Ein Vertrag, eine Bestellung oder eine andere Geschäftsvereinbarung sollte weit mehr regeln als nur den Gesamtpreis. Bevor Waren produziert, versendet oder geliefert werden, sollten beide Parteien insbesondere folgende Punkte eindeutig festlegen:
die zu liefernden Waren oder Dienstleistungen,
Produktspezifikationen und Qualitätsstandards,
die Rechnungswährung,
den Gesamtpreis und die Zahlungsbedingungen,
Lieferbedingungen und Zuständigkeiten,
Prüf- und Abnahmeverfahren,
die vor der Zahlung erforderlichen Dokumente,
den Umgang mit Mängeln, Verzögerungen oder Streitfällen,
die Bankdaten des Zahlungsempfängers.
Bei Importgeschäften verlangen thailändische Lieferanten häufig eine Anzahlung vor Produktionsbeginn. Der Restbetrag wird in der Regel fällig, sobald die Bestellung abgeschlossen oder versandbereit ist. Eine Aufteilung in 30 % Anzahlung und 70 % Restzahlung ist durchaus üblich, stellt jedoch keinen allgemeinen Standard dar.
Welche Prozentsätze und Zahlungsmeilensteine vereinbart werden, hängt unter anderem von der Art des Produkts, dem Auftragswert, den Produktionsanforderungen, der bestehenden Geschäftsbeziehung zum Lieferanten sowie der Verhandlungsposition beider Parteien ab.
Für Schweizer Exporteure, die Waren oder Dienstleistungen nach Thailand verkaufen, stellen sich andere Fragen. Sie müssen entscheiden, ob sie eine Vorauszahlung verlangen, ein Zahlungsziel einräumen oder die Zahlung an die Lieferung beziehungsweise bestimmte Dokumente knüpfen. Welche Zahlungsstruktur sinnvoll ist, richtet sich nach dem Transaktionswert, der Geschäftsbeziehung und dem Kreditrisiko, das der Exporteur übernehmen möchte.
Sollten Zahlungen in THB, USD oder CHF erfolgen?
Ein thailändischer Lieferant oder Kunde kann Zahlungen in Thai-Baht (THB), US-Dollar (USD), Schweizer Franken (CHF) oder einer anderen international gängigen Währung akzeptieren. Welche Währung gewählt wird, entscheidet darüber, wer die Währungsumrechnung übernimmt und das Wechselkursrisiko trägt.
Für Schweizer Importeure kann eine direkte Zahlung in THB von Vorteil sein. So lassen sich der eigentliche Warenpreis und die Währungsumrechnung voneinander trennen. Statt einen Fremdwährungspreis zu akzeptieren, in den der Lieferant möglicherweise bereits eigene Annahmen zur Währungsumrechnung eingerechnet hat, kann der Käufer den CHF/THB-Wechselkurs und die damit verbundenen Kosten selbst beurteilen.
Zudem entfällt für den Lieferanten die Umrechnung einer Fremdwährungszahlung nach deren Eingang.
Für Schweizer Exporteure bietet eine Rechnungsstellung in CHF mehr Planungssicherheit, da der Zahlungseingang direkt in der eigenen Landeswährung erfolgt. Thailändische Kunden bevorzugen jedoch häufig ein Angebot in THB, weil sie ihre Kosten dadurch besser kalkulieren können.
Entscheidet sich der Exporteur für eine Rechnungsstellung und Zahlung in THB, trägt er das Risiko, dass sich der Wechselkurs zwischen dem Zeitpunkt der Rechnungsstellung und der Umrechnung in Schweizer Franken verändert.
Eine bestimmte Rechnungswährung ist nicht grundsätzlich jeder anderen überlegen.
Unternehmen sollten daher unter anderem folgende Aspekte vergleichen:
den angebotenen Preis in der jeweiligen Währung,
wer die Währungsumrechnung übernimmt,
den Wechselkurs und den Wechselkursaufschlag,
Überweisungs- und Bankgebühren,
den Zahlungstermin,
den Zeitraum zwischen Preisvereinbarung und Zahlung,
welche Partei das Wechselkursrisiko besser tragen kann.
CHF/THB-Wechselkurs
Nutzen Sie unseren Währungsrechner, um CHF und THB anhand der aktuellen Wechselkurse umzurechnen.
Wie wirken sich Wechselkursschwankungen bei CHF/THB auf die Rentabilität einer Transaktion aus?
Ein Wechselkursrisiko entsteht, wenn ein Betrag in einer Währung festgelegt wird, die Zahlung oder der Zahlungseingang jedoch erst später in einer anderen Währung erfolgt.
Beispiel
Ein Schweizer Importeur bestellt Waren im Wert von 12 Millionen THB. Bei Auftragsbestätigung leistet er eine Anzahlung von 30 %, die restlichen 70 % werden nach Abschluss der Produktion fällig.
Zahlung | Fälliger Betrag (THB) | Beispielhafter CHF/THB-Wechselkurs | Kosten in CHF |
|---|---|---|---|
30 % Anzahlung | THB 3.600.000 | THB 40 je CHF | CHF 90.000 |
70 % Restzahlung | THB 8.400.000 | THB 37.50 je CHF | CHF 224.000 |
Gesamt | THB 12.000.000 | Zwei unterschiedliche Wechselkurse | CHF 314.000 |
Wäre der gesamte Auftragswert zum Wechselkurs von 40 THB je CHF umgerechnet worden, hätten sich die Kosten auf 300.000 CHF belaufen. In diesem vereinfachten Beispiel führt die Wechselkursänderung zwischen Anzahlung und Restzahlung zu Mehrkosten von 14.000 CHF.
Diese Berechnung berücksichtigt weder Wechselkursaufschläge, Überweisungsgebühren, Gebühren zwischengeschalteter Banken noch Finanzierungskosten.
Für einen Exporteur, der Zahlungen in THB erhält, gilt das umgekehrte Risiko. Wertet der Thai-Baht zwischen Rechnungsstellung und Zahlung gegenüber dem Schweizer Franken ab, ergibt die Umrechnung des Zahlungseingangs weniger Schweizer Franken. Entwickelt sich der Wechselkurs hingegen zugunsten des Exporteurs, kann sich der gegenteilige Effekt ergeben.
Der Thai-Baht kann sowohl auf wirtschaftliche Entwicklungen in Thailand als auch auf internationale Ereignisse empfindlich reagieren.
Im April 2026 berichtete die Bank of Thailand,dass der Thai-Baht unter anderem aufgrund der Abhängigkeit des Landes von Energieimporten aus dem Nahen Osten an Wert verloren hatte.
Zahlungen oder Währungsumrechnungen zum aktuellen Wechselkurs
Ein Kassageschäft (Spot Transaction) erfolgt zum Wechselkurs, der am oder nahe dem Zeitpunkt der Abwicklung gilt.
Ein Importeur kann ein Kassageschäft beispielsweise nutzen, um eine Anzahlung an einen Lieferanten sofort zu leisten. Ein Exporteur kann eingehende Zahlungen in THB nach deren Eingang in Schweizer Franken umrechnen.
Dieses Vorgehen bietet Flexibilität, sichert jedoch keinen Wechselkurs für noch ausstehende Zahlungen oder künftige Zahlungseingänge.
Wechselkurs für künftige Zahlungen in THB sichern
Mit einem Termingeschäft (Forward Contract) können Unternehmen bereits heute einen Wechselkurs für eine künftige Währungstransaktion festlegen.
Ein Importeur kann beispielsweise die Anzahlung über ein Kassageschäft abwickeln und für den verbleibenden THB-Betrag – ganz oder teilweise – ein Termingeschäft abschließen, sofern der Zahlungsbetrag ausreichend feststeht. Ein Exporteur, der einen bestimmten Zahlungseingang in THB erwartet, kann mit einem Termingeschäft den Gegenwert in Schweizer Franken besser kalkulieren.
Ein Termingeschäft garantiert jedoch keinen günstigeren Wechselkurs als der künftig am Kassamarkt geltende Kurs. Sein Zweck besteht vielmehr darin, das Wechselkursrisiko zu reduzieren und mehr Planungssicherheit zu schaffen.
SwissFx bietet Unternehmen, die THB kaufen oder verkaufen, lieferbare Termingeschäfte an. Voraussetzung sind eine entsprechende Prüfung sowie die jeweils vereinbarten Vertragsbedingungen.
Welche Zahlungskosten sollten Unternehmen berücksichtigen?
Der Wechselkurs ist nur ein Bestandteil einer internationalen Zahlung oder eines Zahlungseingangs. Unternehmen sollten außerdem Folgendes prüfen:
den Wechselkursaufschlag,
die Überweisungsgebühr des Zahlungsdienstleisters,
Gebühren von Korrespondenzbanken,
Gebühren der Empfängerbank,
die gewählte Gebührenregelung für die Zahlung,
den Betrag, der tatsächlich beim Zahlungsempfänger eingeht,
die voraussichtliche Bearbeitungsdauer und Annahmeschlusszeiten,
welche Angaben für die Zuordnung und Abstimmung der Zahlung erforderlich sind.
Eine niedrige Überweisungsgebühr bedeutet nicht automatisch, dass die gesamte Transaktion kostengünstig ist. Deshalb sollten auch der Wechselkursaufschlag und mögliche Bankgebühren in die Gesamtkosten einbezogen werden.
→ Für Lieferantenzahlungen: Der Käufer sollte vorab klären, ob der Lieferant den vollständigen Rechnungsbetrag ohne Gebührenabzüge erhalten muss. Unerwartete Abzüge können dazu führen, dass ein Restbetrag offen bleibt und sich die Freigabe der Ware verzögert.
→ Für Zahlungseingänge: Exporteure sollten sicherstellen, dass eingehende Zahlungen eindeutig zugeordnet und problemlos abgestimmt werden können.
SwissFx unterstützt internationale Zahlungen und Zahlungseingänge in THB. Unternehmen können THB über die Plattform umtauschen, senden oder empfangen – vorbehaltlich der jeweils geltenden Transaktionsanforderungen.
Wie lassen sich wiederkehrende THB-Transaktionen effizient abwickeln?
Eine einzelne internationale Zahlung oder ein einzelner Zahlungseingang lässt sich problemlos manuell bearbeiten. Steigt jedoch die Zahl der thailändischen Lieferanten oder Kunden, werden regelmäßig Rechnungen verarbeitet oder Zahlungen in mehreren Währungen abgewickelt, wächst auch der Verwaltungsaufwand.
Mit Sammelzahlungen lassen sich mehrere Lieferantenzahlungen in einem einzigen Zahlungslauf vorbereiten und ausführen. Dabei erhält jeder Zahlungsempfänger den jeweils vorgesehenen Betrag in der gewünschten Währung, während sich der manuelle Aufwand deutlich reduziert.
Die Sammelzahlungen von SwissFx lassen sich in gängige ERP- und Buchhaltungssysteme integrieren. Zahlungsdaten können vorbereitet oder hochgeladen, geprüft und freigegeben werden, bevor die Transaktionen ausgeführt werden.
Auch bei automatisierten Prozessen sollten geeignete Freigabemechanismen bestehen bleiben. Zugriffsrechte, die Überprüfung von Zahlungsempfängern und das Vier-Augen-Prinzip gewinnen mit zunehmendem Transaktionsvolumen weiter an Bedeutung.
Wie kann eine Finanzierung längere Zahlungsziele bei thailändischen Lieferanten ermöglichen?
Importeure müssen häufig bereits vor Produktionsbeginn eine Anzahlung leisten und den Restbetrag bezahlen, bevor die Ware versendet oder verkauft wird. Dadurch entsteht eine zeitliche Lücke zwischen den Auszahlungen des Unternehmens und den Einnahmen aus dem späteren Verkauf der importierten Waren.
Das kann insbesondere in folgenden Fällen relevant sein:
große Produktionsaufträge,
Maschinen oder hochwertige Komponenten,
saisonale Lagerbestände,
Produkte mit langen Produktions- oder Lieferzeiten,
Unternehmen mit stark wachsendem Auftragsvolumen.
Eine Lieferantenfinanzierung stellt für eine genehmigte Rechnung eine separate Finanzierungslösung bereit. Nach dem von SwissFx angebotenen Modell zahlt der Finanzierungspartner den Lieferanten in dessen Landeswährung, während das Schweizer Unternehmen den Betrag bis zu 150 Tage später in Schweizer Franken zurückzahlt.
Die Finanzierung setzt eine Bonitätsprüfung voraus. Laut SwissFx gelten unter anderem folgende Voraussetzungen:
ein Betriebsumsatz von mehr als 1 Million GBP,
ein materielles Nettovermögen von über 100.000 GBP,
mindestens zwei Jahre Geschäftstätigkeit.
Die Höhe der Finanzierung, die Laufzeit, die Kosten sowie die endgültigen Konditionen richten sich nach der Bonitätsprüfung und der jeweiligen Transaktion.
Was sollten Schweizer Unternehmen beim Handel mit Thailand beachten?
Häufig gestellte Fragen
Ist das Freihandelsabkommen zwischen der EFTA und Thailand bereits in Kraft?
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Müssen Schweizer Unternehmen beim Handel mit Thailand in THB abrechnen?
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Handel, Währung und Zahlungen aufeinander abstimmen
Beim Handel mit Thailand greifen verschiedene Entscheidungen ineinander. Unternehmen sollten deshalb folgende Aspekte gemeinsam betrachten:
Die Wahl der Rechnungswährung schafft Transparenz über den tatsächlichen Waren- oder Dienstleistungspreis.
Ein Kassageschäft eignet sich für die sofortige Währungsumrechnung.
Ein Termingeschäft kann den Gegenwert künftiger Zahlungen oder Zahlungseingänge in Schweizer Franken besser planbar machen.
Sammelzahlungen vereinfachen wiederkehrende Zahlungen an Lieferanten.
Eine Lieferantenfinanzierung kann den Cashflow bei berechtigten Importeuren entlasten.
Welche Lösung am besten geeignet ist, hängt von der Handelsrichtung, dem Transaktionsvolumen, der Zahlungshäufigkeit, den vereinbarten Vertragsbedingungen und der Fähigkeit des Unternehmens ab, Wechselkurs- und Cashflow-Schwankungen aufzufangen.
CHF/THB-Zahlungen und Währungsmanagement optimieren
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