A person sits in front of a laptop and ticks off checkboxes

>

>

FX-Audit: Risiken, Kosten und Zahlungen im Blick

Was ein FX-Audit in Ihrem Unternehmen sichtbar machen kann

Mehr Transparenz über Währungsrisiken kann verlässlichere Prognosen, einheitlichere Entscheidungen bei der Absicherung und reibungslosere internationale Zahlungsprozesse ermöglichen.

Praxisleitfaden

Posted on:

Ein FX-Audit ist eine strukturierte Analyse dazu, wie sich Fremdwährungen auf ein Unternehmen auswirken, vom Zeitpunkt der Preisfestlegung, Bestellung oder Vertragsunterzeichnung bis hin zum Eingang, Umtausch oder zur Auszahlung der entsprechenden Gelder. 

Indem Währungen, Transaktionszeitpunkte, Zahlungsströme, Konten, Anbieter und intern Abläufe gemeinsam betrachtet werden, kann ein FX-Audit zeigen:

  • wo Wechselkursschwankungen Margen oder Budgets beeinflussen.  

  • wo Währungsrisiken unberücksichtigt bleiben.  

  • wo Zahlungsabläufe unnötig kompliziert sind. 

  • wo vermeidbare Kosten entstehen. 

Damit erhält das Unternehmen eine Grundlage dafür, welche Prozesse unverändert bleiben können, wo sich Abläufe vereinfachen lassen und ob ein Teil des Währungsrisikos gezielt gesteuert werden sollte.

Warum sollte ein FX-Audit schon vor dem Währungsumtausch ansetzen? 

Ein Währungsrisiko entsteht nicht erst dann, wenn ein Unternehmen Geld umtauscht. Es kann deutlich früher beginnen, nämlich sobald sich das Unternehmen auf einen Preis in Fremdwährung festlegt.

  • Angenommen, ein Schweizer Unternehmen vereinbart, einen europäischen Lieferanten in 90 Tagen in Euro zu bezahlen. Der Rechnungsbetrag in EUR steht fest, wie viele CHF dafür später benötigt werden, jedoch noch nicht. Wertet der Euro in dieser Zeit gegenüber dem Schweizer Franken auf, verteuert sich dieselbe Rechnung in CHF. Wurde der Verkaufspreis gegenüber den eigenen Kunden bereits festgelegt, kann dadurch die Marge sinken. 


  • Dasselbe gilt für Zahlungseingänge. Ein Unternehmen kann heute einen Verkaufsvertrag in USD abschliessen, die Zahlung aber erst einige Monate später erhalten. Ist der US-Dollar bis dahin schwächer, fällt der Gegenwert der Einnahmen in CHF geringer aus. Der vereinbarte Verkaufspreis bleibt gleich, aber für Löhne, Lieferanten und andere Kosten in der Schweiz steht weniger zur Verfügung.

Genau deshalb kann sich ein Währungsrisiko bereits vor dem eigentlichen Umtausch auf Einkauf, Preisgestaltung, Liquidität, Finanzplanung und Margen auswirken. 

Warum wird das Währungsrisiko oft übersehen? 

Auch Unternehmen, die regelmässig internationale Zahlungen senden oder empfangen, haben ihr Währungsrisiko nicht immer vollständig im Blick. Dafür gibt es vor allem drei Gründe:

  • Die Verantwortung ist auf mehrere Teams verteilt. Der Vertrieb vereinbart möglicherweise die Rechnungswährung, der Einkauf die Konditionen mit dem Lieferanten, die Buchhaltung erfasst die Rechnung und das Finanzteam kümmert sich um Zahlung oder Währungsumtausch. Werden diese Entscheidungen getrennt betrachtet, fehlt schnell der Gesamtüberblick darüber, welche Beträge wann einem Währungsrisiko ausgesetzt sind und wie stark sich Wechselkursschwankungen auswirken können. 


  • Sichtbare Transaktionskosten fallen stärker auf als künftige Währungsrisiken. Eine Zahlungsgebühr ist auf dem Kontoauszug direkt zu erkennen, während ein FX-Spread bereits im angewendeten Wechselkurs enthalten sein kann. Das Währungsrisiko selbst ist weniger offensichtlich, weil seine Auswirkungen davon abhängen, wie sich der Kurs zwischen Vertragsabschluss und Zahlung entwickelt. Ein guter Wechselkurs am Zahlungstag schützt deshalb nicht automatisch ein Budget, das bereits seit Monaten Wechselkursschwankungen ausgesetzt war. 


  • Ein- und Auszahlungen werden häufig einzeln betrachtet. Erwartet ein Unternehmen im selben Zeitraum sowohl Einnahmen als auch Ausgaben in Euro, können sich diese teilweise gegenseitig ausgleichen. Werden die eingehenden EUR zunächst in CHF umgetauscht und später für eine Lieferantenzahlung wieder EUR gekauft, entsteht möglicherweise eine unnötige zusätzliche Umrechnung. Gleichzeitig erscheint das abzusichernde Währungsrisiko grösser, als es tatsächlich ist.

Was ein FX-Audit zusätzlich sichtbar macht 

Ein FX-Audit führt diese verschiedenen Bereiche zusammen. Erwartete Ein- und Auszahlungen werden nach Währung und Zeitpunkt erfasst, mögliche natürliche Ausgleiche werden berücksichtigt und so wird sichtbar, welcher Nettobetrag tatsächlich einem Währungsrisiko ausgesetzt bleibt. 

Was wird bei einem FX-Audit im Unternehmen geprüft?

1. Währungsrisiken und ihre Auswirkungen auf Margen, Budgets und Liquidität

Zunächst werden die Währungen, Beträge und erwarteten Zahlungstermine künftiger Ausgaben und Einnahmen erfasst. Bereits bestätigte Verträge und Lieferantenbestellungen lassen sich dabei von Prognosen trennen, die sich noch ändern können. Anschliessend werden Ein- und Auszahlungen in derselben Währung gegenübergestellt, um das tatsächliche Nettowährungsrisiko zu ermitteln, statt jede Transaktion einzeln zu betrachten.

Dieses Risiko kann dann mit dem Budgetkurs, der erwarteten Marge und der Frage verglichen werden, wie stark das Unternehmen ungünstige Wechselkursbewegungen verkraften kann. Eine Lieferantenbestellung mit knapper Marge kann dabei deutlich mehr Aufmerksamkeit erfordern als eine kleinere oder flexiblere Zahlung.  

Ziel ist nicht, Wechselkurse vorherzusagen. Entscheidend ist zu verstehen, wo Wechselkursschwankungen das Unternehmen spürbar treffen können und wie viel dieses Risikos es selbst tragen möchte.  

2. Konten, Währungsumtausch und Zahlungsprozesse 

Ein FX-Audit betrachtet auch, wie Gelder durch die bestehenden Abläufe fliessen. Dabei wird geprüft, wo Einnahmen eingehen, welche Konten und Anbieter genutzt werden, wann Währungen umgetauscht werden und wie Zahlungen an Lieferanten, Mitarbeitende oder andere Empfänger erfolgen.

So können etwa automatische oder wiederkehrende Umrechnungen sichtbar werden, Währungen, die sich mit der bestehenden Kontostruktur nicht halten lassen, Zahlungswege mit zusätzlichen Zwischengebühren oder regelmässige Zahlungsläufe, die viel manuelle Arbeit erfordern. Die tatsächlichen Kosten gehen deshalb über die reine Wechselkursmarge hinaus. Auch Transaktionsgebühren, Bankabzüge, Bearbeitungszeiten und der operative Aufwand für das Finanzteam spielen eine Rolle.

Mögliche Verbesserungen hängen von den tatsächlichen Zahlungsströmen ab


  • Ein Multi-Währungskonto kann es ermöglichen, Gelder in derselben Währung zu empfangen, zu halten und wieder auszugeben, statt jeden Zahlungseingang sofort umzutauschen.  


  • Lokale Zahlungswege können bei geeigneten Währungen dazu beitragen, internationale Überweisungen zu vermeiden.  


  • Sammelzahlungen können grössere oder wiederkehrende Zahlungsläufe vereinfachen und manuelle Arbeit reduzieren. 

3. Der bisherige Umgang mit Währungsrisiken

Ein FX-Audit prüft auch, wie das Unternehmen heute mit künftigen Währungsrisiken umgeht. 

Nicht jedes Währungsrisiko muss abgesichert werden. Welche Vorgehensweise sinnvoll ist, hängt davon ab, wie sicher und wann die zugrunde liegende Transaktion anfällt, wie hoch der Betrag ist, welche Marge erwartet wird, ob sich Ein- und Auszahlungen teilweise ausgleichen und wie viel Risiko das Unternehmen tragen möchte. Ein Audit kann helfen, zwischen Zahlungsströmen zu unterscheiden, die flexibel bleiben können, und Verpflichtungen, bei denen mehr Planungssicherheit für Budgetierung oder Preisgestaltung sinnvoll ist. 

Wenn eine Absicherung infrage kommt, können unter anderem folgende Instrumente genutzt werden:

Instrument 

Funktionsweise 

Zu beachten 

Devisentermingeschäft mit Lieferung 

Legt den Wechselkurs für einen bestimmten künftigen Währungsumtausch fest und macht damit die Kosten einer Zahlung oder den Wert eines Zahlungseingangs in der Heimatwährung planbar. 

Schafft Planungssicherheit, bleibt aber auch dann verbindlich, wenn sich der Markt später günstiger entwickelt. 

Devisentermingeschäft ohne Lieferung (NDF) 

Sichert die finanziellen Auswirkungen von Wechselkursschwankungen ab, ohne dass die zugrunde liegende Währung geliefert wird. Bei Fälligkeit wird die Differenz zwischen dem vereinbarten Kurs und einem Referenzkurs ausgeglichen. 

Kann bei bestimmten Währungen infrage kommen, wenn ein Devisentermingeschäft mit Lieferung nicht verfügbar oder nicht geeignet ist. Die eigentliche Zahlung muss separat abgewickelt werden. 

Devisenoption 

Gibt dem Unternehmen das Recht, aber nicht die Pflicht, eine Währung zu einem vereinbarten Kurs umzutauschen. 

Kann vor ungünstigen Kursbewegungen schützen und gleichzeitig die Chance auf günstigere Entwicklungen erhalten, kostet jedoch in der Regel eine Prämie. Strukturierte Optionen können komplexer sein und zusätzliche Verpflichtungen mit sich bringen. 

Diese Instrumente garantieren weder einen besseren Wechselkurs noch beseitigen sie jedes Risiko. Ob sie verfügbar und geeignet sind, hängt unter anderem von Währung, Betrag, Laufzeit, zugrunde liegender Transaktion und der Situation des Unternehmens ab. Devisentermingeschäfte und andere Absicherungsinstrumente unterliegen zudem Bonitätsprüfung, Eignung und den vereinbarten Konditionen.

Mehr erfahren 

Unser ausführlicher Praxisleitfaden zum Währungsrisikomanagement zeigt, wie Unternehmen diese Möglichkeiten beurteilen können. 

4. Klare Zuständigkeiten und wiederholbare Entscheidungen 

Ein funktionierender Prozess braucht auch klare Zuständigkeiten. Ein FX-Audit kann prüfen, wer Prognosen liefert, wer Währungsumtausch oder Absicherungen freigibt, wie häufig Währungsrisiken überprüft werden und wie einzelne Transaktionen mit der zugrunde liegenden Rechnung, Bestellung oder Einnahme verknüpft werden. 

Einfache Regeln können Entscheidungen konsistenter machen. Ein Unternehmen kann zum Beispiel festlegen, bestätigte Verpflichtungen getrennt von Prognosen zu prüfen, für grössere Währungsrisiken bestimmte Freigabestufen einzuführen und abgesicherte Beträge regelmässig mit aktualisierten Zahlungsplänen abzugleichen. So muss bei einer neuen Zahlung nicht jedes Mal von Grund auf neu entschieden werden. 

Was kann ein FX-Audit verändern?

Ein FX-Audit führt nicht bei jedem Unternehmen zur gleichen Lösung. Je nach Zahlungsströmen, Währungsrisiken und bestehenden Prozessen ergeben sich meist drei mögliche Ansatzpunkte:

  • Einfachere Währungs- und Zahlungsabläufe. Das Unternehmen kann Währungen für spätere Zahlungen halten, Zahlungswege anpassen, wiederholte Umrechnungen reduzieren oder regelmässige Transaktionen bündeln. 

  • Mehr Transparenz und bessere Planung. Finanzteams können Prognosen präzisieren, während Vertrieb und Einkauf besser nachvollziehen können, wann ein Währungsrisiko entsteht und wie es sich auf Margen oder Budgets auswirkt. 


  • Einheitlichere Entscheidungen beim Währungsrisiko. Ein Audit kann dabei helfen festzulegen, welche Risiken flexibel bleiben können und wann bei einer bestätigten Verpflichtung eine Absicherung geprüft werden sollte. 

Diese Ansätze lassen sich auch miteinander kombinieren. Ein möglicher Ablauf sieht so aus: 

Schritt 

Optimierung 

Mögliche Wirkung 

1. Ein- und Auszahlungen miteinander verrechnen 

Erwartete Zahlungen und Einnahmen in derselben Währung und im selben Zeitraum gegenüberstellen, um mögliche natürliche Ausgleiche zu erkennen. 

Kann den Betrag reduzieren, der umgetauscht oder separat abgesichert werden muss. 

2. Verbleibende Guthaben gezielt verwalten 

Ein Multi-Währungskonto nutzen, um Währungen zu empfangen, zu halten und später wieder für Zahlungen einzusetzen. 


 

Kann wiederholte Umrechnungen vermeiden und Ein- und Auszahlungen besser aufeinander abstimmen. 

3. Verbleibende Währungsrisiken steuern 

Prüfen, ob ausgewählte künftige Verpflichtungen mit einem geeigneten Instrument abgesichert werden sollten. 

Kann die Kosten einer Zahlung oder den Wert eines Zahlungseingangs in der Heimatwährung planbarer machen. 

Wichtig: Dieser Artikel dient ausschliesslich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Produkte zur Währungsabsicherung unterliegen Bonitätsprüfung, Eignung, Verfügbarkeit und den vereinbarten Konditionen. 

Kostenloses FX-Audit anfragen

Im Rahmen des Onboardings kann SwissFx ein kostenloses FX-Audit durchführen. Dabei werden Ihre Währungsrisiken, Zahlungsströme, bisherige Absicherungsstrategie und Anbieterkosten betrachtet. Vereinbaren Sie ein Gespräch, um mögliche Risiken, unnötige Kosten und Ansätze für mehr Planungssicherheit zu identifizieren.

SwissFx Logo

© SwissFx Sàrl 2026.
Alle Rechte vorbehalten.

SwissFx Sàrl, c/o FBK Conseils, Rue Pépinet 3, 1005 Lausanne, Schweiz

Folgen Sie uns auf Social Media

VQF Logo

SwissFx Sàrl ist Mitglied der Financial Services Standards Association (VQF – Verein zur Qualitätssicherung von Finanzdienstleistungen) (www.vqf.ch). Die VQF ist die größte offizielle Selbstregulierungsorganisation (SRO) nach Schweizer Recht zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

SwissFx Logo

© SwissFx Sàrl 2026.
Alle Rechte vorbehalten.

SwissFx Sàrl, c/o FBK Conseils, Rue Pépinet 3, 1005 Lausanne, Schweiz

Folgen Sie uns auf Social Media

VQF Logo

SwissFx Sàrl ist Mitglied der Financial Services Standards Association (VQF – Verein zur Qualitätssicherung von Finanzdienstleistungen) (www.vqf.ch). Die VQF ist die größte offizielle Selbstregulierungsorganisation (SRO) nach Schweizer Recht zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

SwissFx Logo

© SwissFx Sàrl 2026.
Alle Rechte vorbehalten.

SwissFx Sàrl, c/o FBK Conseils, Rue Pépinet 3, 1005 Lausanne, Schweiz

Folgen Sie uns auf Social Media

VQF Logo

SwissFx Sàrl ist Mitglied der Financial Services Standards Association (VQF – Verein zur Qualitätssicherung von Finanzdienstleistungen) (www.vqf.ch). Die VQF ist die größte offizielle Selbstregulierungsorganisation (SRO) nach Schweizer Recht zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.