Person mit leerem Portemonnaie, umgeben von Rechnungen, Kreditkarten, Münzen und einem Taschenrechner.

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Finanzierung von Lieferanten in Schwellenländerwährungen

Finanzierung von Lieferantenzahlungen und grösseren Anschaffungen in Schwellenländerwährungen

Müssen ausländische Lieferanten bezahlt werden, bevor die Ware oder Investition erste Einnahmen bringt, kann das die Liquidität belasten. Das gilt besonders dann, wenn klassische Kreditlinien die benötigte Währung oder den geforderten Zahlungsweg nicht abdecken.

Praxisleitfaden

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Ein Schweizer KMU muss einen ausländischen Lieferanten unter Umständen Wochen oder sogar Monate bezahlen, bevor mit der eingekauften Ware oder Investition erste Einnahmen erzielt werden. Dadurch kann eine Lücke in der Liquiditätsplanung entstehen. Gerade ausserhalb Europas sind Vorauszahlungen in vielen Geschäftsbeziehungen üblich, besonders wenn die Zusammenarbeit mit einem Lieferanten noch neu ist.

Wird die Rechnung in einer Schwellenländerwährung gestellt, kommt eine weitere Herausforderung hinzu: Das Unternehmen muss die Zahlung in der gewünschten Währung abwickeln und gleichzeitig wissen, wie hoch die Kosten in CHF am Ende tatsächlich ausfallen. Die Hausbank unterstützt die betreffende Währung oder Finanzierungsstruktur möglicherweise nicht, oder der Zahlungsprozess passt nicht zur Frist des Lieferanten.

Eine Finanzierung von Lieferantenzahlungen kann diese zeitliche Lücke überbrücken. Dabei wird eine geeignete Lieferantenrechnung in der lokalen Währung bezahlt, während das Schweizer Unternehmen den vereinbarten Betrag später in CHF zurückzahlt. Steht dieser CHF-Betrag von Anfang an fest, lassen sich die Kosten der finanzierten Rechnung besser planen. Andere Kosten oder Währungsrisiken im Zusammenhang mit dem Geschäft können jedoch weiterhin bestehen.

Wann kann eine Finanzierung in einer Schwellenländerwährung sinnvoll sein?

Der Finanzierungsbedarf ergibt sich meist aus den vereinbarten Zahlungsbedingungen. Ein Lieferant kann zum Beispiel verlangen:

  • eine Anzahlung vor Produktionsbeginn.

  • die vollständige Bezahlung, bevor die Ware das Werk oder den Hafen verlässt.

  • die Vorfinanzierung einer grösseren Bestellung von Waren oder Rohstoffen.

  • die Bezahlung von Maschinen oder Anlagen vor Installation und Inbetriebnahme.

Bis aus dem Einkauf tatsächlich Einnahmen entstehen, kann einige Zeit vergehen. Produktion, Transport, Zollabwicklung, Installation, Weiterverkauf und die Zahlungsziele der eigenen Kunden können diese Phase zusätzlich verlängern.

Je nach Vertrag oder Zahlungsweg kann ausserdem eine Zahlung in der Landeswährung des Lieferanten erforderlich sein. Das ist nicht automatisch günstiger. Ein Angebot in der lokalen Währung kann aber helfen, den eigentlichen Lieferantenpreis und die Kosten der Währungsumrechnung klarer voneinander zu trennen und besser zu vergleichen. Der SwissFx-Leitfaden zu Schwellenländerwährungen zeigt, welche Fragen zu Verfügbarkeit, Liquidität und Zahlungswegen geklärt werden sollten, bevor die Rechnungswährung festgelegt wird.

Warum passt eine klassische Bankfinanzierung nicht immer zur Lieferantenzahlung?

Ein Bankkredit kann grundsätzlich infrage kommen. In der Praxis passt die verfügbare Finanzierung aber nicht immer zur konkreten Zahlung. Die Bank bietet die benötigte Währung möglicherweise nicht an, finanziert den betreffenden Markt nicht oder benötigt mehr Zeit für die Freigabe, als der Lieferant einräumt.

Steht nur eine Finanzierung in CHF zur Verfügung, müssen Währungsumtausch und Zahlung an den Lieferanten zusätzlich separat organisiert werden.

Auch eine Finanzierung über eine Bank im Land des Lieferanten ist nicht immer einfach. Häufig braucht das Unternehmen dort bereits eine Gesellschaft oder Bankverbindung und muss umfangreiche Finanz- und Unternehmensunterlagen einreichen. Je nach Fall können zudem Sicherheiten oder Garantien verlangt werden.

Für einen echten Vergleich sollten Unternehmen deshalb bei jeder Finanzierungsvariante dieselben Punkte prüfen: Wer bezahlt den Lieferanten, in welcher Währung wird gezahlt, wann erfolgt die Rückzahlung und wie hoch ist die gesamte Belastung in CHF?

Schritt 1: Einkauf und Finanzierungsbedarf planen

Am Anfang steht der gesamte Einkaufsprozess. Halten Sie fest, bei welchem Lieferanten bestellt wird, welche Waren oder Anlagen gekauft werden, wie hoch der Rechnungsbetrag ist und in welcher Währung bezahlt werden muss. Anzahlungen, Zwischenzahlungen und Restbetrag sollten dabei einzeln erfasst werden.

Ordnen Sie die einzelnen Zahlungen anschliessend dem geplanten Ablauf zu:

  • Wann beginnt die Produktion?

  • Wann wird die Ware voraussichtlich versendet und geliefert?

  • Ab wann soll der Einkauf erste Einnahmen bringen?

  • In welcher Währung werden diese Einnahmen erzielt?

  • Welche Zahlungseingänge sollen für die Rückzahlung verwendet werden?

Die Laufzeit der Finanzierung sollte sich am realistischen Zahlungs- und Einnahmenzyklus orientieren, nicht nur am vereinbarten Liefertermin. Verzögern sich Produktion, Transport oder Kundenzahlungen, kann die Finanzierung sonst fällig werden, bevor der Einkauf Einnahmen bringt. Einnahmen in CHF passen direkt zu einer Rückzahlung in CHF. Einnahmen in einer anderen Währung müssen dagegen zusätzlich umgetauscht werden. Ausserdem sollte geklärt werden, was passiert, wenn sich der Rückzahlungstermin ändern muss.

Schritt 2: Klären, wie der Lieferant bezahlt wird

Die Finanzierung ist an eine konkrete Lieferantenrechnung gebunden. Über SwissFx reicht das Unternehmen die Rechnung ein, der Finanzierungspartner bezahlt den genehmigten Lieferanten direkt in seiner Landeswährung und das Unternehmen zahlt den Betrag später in seiner eigenen Währung zurück. Je nach Vereinbarung kann die Laufzeit bis zu 150 Tage betragen.

Vor Abschluss der Finanzierung sollte geklärt werden:

  • ob Rechnung, Lieferant und Transaktion die geltenden Compliance- und Abwicklungsanforderungen erfüllen.

  • welchen Betrag der Lieferant in welcher Währung erhält.

  • über welchen Zahlungsweg die Zahlung erfolgt und wann sie voraussichtlich gutgeschrieben wird.

  • welche Unterlagen und Compliance-Angaben benötigt werden.

  • ob die Finanzierung die gesamte Rechnung oder nur eine einzelne Zahlungsstufe abdeckt.

Wer kommt bei SwissFx für eine Finanzierung von Lieferantenzahlungen infrage?

Voraussetzung sind mindestens 1 Mio. GBP Betriebsumsatz, ein materielles Nettovermögen von über 100'000 GBP und mindestens zwei Jahre Geschäftstätigkeit. Diese Kriterien garantieren keine Zusage. Die Finanzierung wird gemeinsam mit einem regulierten Finanzierungspartner angeboten und unterliegt einer individuellen Prüfung, den erforderlichen Unterlagen, Compliance-Prüfungen und den vereinbarten Konditionen. Jede Rechnung wird einzeln geprüft.

Schritt 3: Rückzahlungsbetrag in CHF und Konditionen festlegen

Der Lieferant erhält die Zahlung in der jeweiligen Schwellenländerwährung, das Schweizer Unternehmen zahlt später in CHF zurück. Der CHF-Betrag wird von Anfang an vereinbart. Damit steht bereits vor der Zahlung fest, wie hoch die Verpflichtung für die finanzierte Rechnung ist, statt erst von einem späteren Kassakurs abzuhängen.

Diese Planungssicherheit sollte klar dokumentiert sein. Angebot oder Finanzierungsvereinbarung sollten zeigen:

  • welchen Betrag der Lieferant in Fremdwährung erhält.

  • wie hoch der gesamte Rückzahlungsbetrag in CHF ist.

  • wann beziehungsweise nach welchem Zeitplan zurückgezahlt wird.

  • welche Finanzierungskosten, Wechselkurskonditionen und weiteren Gebühren enthalten sind.

  • wie mit verspäteter, vorzeitiger oder geänderter Rückzahlung umgegangen wird.

Damit entfällt das Wechselkursrisiko für den genehmigten und finanzierten Betrag. Für Transport, Zölle, Installation oder einen nicht finanzierten Teil der Rechnung können jedoch weiterhin separate Währungsrisiken bestehen.

Finanzierung eines Einkaufs in einer Schwellenländerwährung: von der Rechnung bis zur Rückzahlung in CHF

1

Lieferanten-rechnung

2

Prüfung von Eignung und Bonität

3

Rückzahlungs-betrag in CHF wird festgelegt

6

Unternehmen zahlt in CHF zurück

5

Ware wird geliefert oder verkauft

4

Lieferant wird in lokaler Währung bezahlt

1

Lieferanten-rechnung

2

Prüfung von Eignung und Bonität

4

Lieferant wird in lokaler Währung bezahlt

Rückzahlungs-betrag in CHF wird festgelegt

3

6

Unternehmen zahlt in CHF zurück

5

Ware wird geliefert oder verkauft

1

Lieferanten-rechnung

2

Prüfung von Eignung und Bonität

4

Lieferant wird in lokaler Währung bezahlt

Rückzahlungs-betrag in CHF wird festgelegt

3

6

Unternehmen zahlt in CHF zurück

5

Ware wird geliefert oder verkauft

Step 4: Identify any FX exposure that remains

Sobald der finanzierte Rechnungsbetrag und die Rückzahlung in CHF feststehen, sollten alle Beträge betrachtet werden, die nicht von der Finanzierung abgedeckt sind:

  • eine bereits geleistete Anzahlung oder ein nicht finanzierter Restbetrag.

  • Transport-, Zoll- oder Installationskosten in einer anderen Währung.

  • Kundenzahlungen in Fremdwährung, die für die Rückzahlung in CHF verwendet werden sollen.

  • weitere Lieferantenzahlungen, die nach Ablauf der aktuellen Finanzierung fällig werden.

 Bestehende Einnahmen oder Guthaben in derselben Währung können einen Teil des Währungsrisikos durch eine natürliche Absicherung ausgleichen. Stehen Betrag und Termin einer künftigen Zahlung bereits fest, kann für geeignete Unternehmen ein Devisentermingeschäft infrage kommen. Bei bestimmten Währungen ist stattdessen ein. For certain currencies, a Devisentermingeschäft ohne Lieferung (NDF) möglich. Die eigentliche Lieferantenzahlung bleibt dabei von der Abrechnung des NDF getrennt.

Unser Leitfaden zum Umgang mit Schwankungen bei Schwellenländerwährungen erklärt diese Möglichkeiten und ihre Grenzen. Eine Absicherung erhöht die Planungssicherheit, garantiert aber nicht das günstigste Ergebnis. Welche Möglichkeiten verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Währungsrisiko und von der Eignung des Unternehmens ab.

Schritt 5: Gesamtkosten in CHF vergleichen

Der Zinssatz allein zeigt nicht, wie hoch die tatsächlichen Gesamtkosten sind. Deshalb sollten alle Optionen über denselben Zeitraum hinweg verglichen werden:

Gesamtkosten in CHF = Warenwert in CHF + Finanzierungskosten + Währungs- und Zahlungskosten + Kosten für die Währungsabsicherung

Vergleichen Sie diese Gesamtkosten mit den verfügbaren Alternativen, etwa vorhandener Liquidität in CHF, einer CHF-Kreditlinie mit anschliessendem Währungsumtausch, einem Zahlungsziel des Lieferanten oder einer Finanzierung vor Ort. Eine auf den ersten Blick günstigere Finanzierung ist nicht unbedingt die beste Lösung, wenn sie fällig wird, bevor Kundenzahlungen eingehen, oder wesentliche Währungsrisiken unberücksichtigt bleiben.

Praxisbeispiel: Finanzierung einer Maschinenanschaffung in INR

Ein Schweizer Industrieunternehmen bestellt eine Maschine bei einem Lieferanten in Indien. Die Rechnung wird in INR gestellt und muss vor dem Versand bezahlt werden. Die Hausbank bietet keine passende Finanzierung in INR an, während eine Zahlung aus eigenen Mitteln die laufende Liquidität zu stark belasten würde.

  1. Das Unternehmen prüft Rechnung, Versandtermin, Installationsdauer und den geplanten Produktionsstart. Die Einnahmen werden überwiegend in CHF erzielt.

  2. Nach Genehmigung bezahlt der Finanzierungspartner den Lieferanten direkt in INR.

  3. Das Schweizer Unternehmen vereinbart den gesamten Rückzahlungsbetrag in CHF sowie den Rückzahlungstermin. Damit stehen die Kosten der finanzierten Rechnung bereits vor der Zahlung fest.

  4. Die Installation wird separat in INR und der Transport in EUR berechnet. Für diese Beträge besteht weiterhin ein Währungsrisiko.

  5. Das Unternehmen plant diese Kosten separat ein und prüft, ob eine Währungsabsicherung sinnvoll ist.

Finanzierung, Zahlung in der lokalen Währung und verbleibende Währungsrisiken hängen zwar zusammen, sollten aber getrennt betrachtet werden.

Lieferantenfinanzierung, Zahlungen und Währungsplanung aufeinander abstimmen

Bei der Finanzierung eines Einkaufs in einem Schwellenland geht es um mehr als nur die Bereitstellung von Kapital. Rechnungswährung, Zahlungsweg, Rückzahlungstermin in CHF und erwartete Zahlungseingänge sollten zeitlich und finanziell zusammenpassen. Wird der Rückzahlungsbetrag in CHF von Anfang an festgelegt, lassen sich die Kosten der finanzierten Rechnung besser planen. Kosten oder Einnahmen ausserhalb der Finanzierung sollten dennoch separat berücksichtigt werden. Entscheidend ist deshalb der Vergleich der gesamten Kosten in CHF und nicht nur der Finanzierungskosten.

Unterstützt der Einkauf später Verkäufe in einem Schwellenland, kann sich der Zahlungsstrom umkehren. Unser Leitfaden zum Einzug und zur Rückführung von Geldern aus Schwellenländern erläutert die wichtigsten operativen, währungsbezogenen und lokalen Aspekte.

SwissFx bietet in Zusammenarbeit mit einem regulierten Finanzierungspartner eine Finanzierung von Lieferantenzahlungen an. Geeignete Unternehmen können genehmigte Lieferantenrechnungen finanzieren, den Lieferanten in seiner lokalen Währung bezahlen lassen und den vereinbarten Betrag je nach Finanzierung bis zu 150 Tage später in der eigenen Währung zurückzahlen. SwissFx kann zudem den Zahlungsweg und mögliche zusätzliche Währungsrisiken gemeinsam mit der Finanzierung prüfen.

Wichtig: Dieser Artikel dient ausschliesslich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Finanz-, Rechts-, Steuer- oder Kreditberatung dar. Voraussetzungen, verfügbare Währungen, Kreditlimits, Konditionen, erforderliche Unterlagen und Rückzahlungsbedingungen hängen vom jeweiligen Unternehmen und der Transaktion ab und müssen vor Abschluss bestätigt werden.

Müssen Sie eine Lieferantenrechnung bezahlen, bevor der Einkauf Einnahmen erzielt?

SwissFx kann die Rechnung, die Zahlungswährung, den zeitlichen Ablauf und mögliche Währungsrisiken prüfen und erläutern, ob eine Finanzierung der Lieferantenzahlung für Ihr Unternehmen infrage kommt.

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SwissFx Sàrl ist Mitglied der Financial Services Standards Association (VQF – Verein zur Qualitätssicherung von Finanzdienstleistungen) (www.vqf.ch). Die VQF ist die größte offizielle Selbstregulierungsorganisation (SRO) nach Schweizer Recht zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

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