
Wie ein Schweizer Maschinenexporteur seine Gewinnmargen mit Devisentermingeschäften absicherte
Da ein bedeutender Teil des Umsatzes in USD erzielt wurde, war das Unternehmen den Schwankungen zwischen US-Dollar und Schweizer Franken ausgesetzt. Erfahren Sie, wie es auch in unsicheren Zeiten mehr Planungssicherheit für sein Budget gewinnen konnte.
Vorher / Nachher
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Wenn die Währung, in der ein Exporteur seine Produkte oder Dienstleistungen verkauft, an Wert verliert, kann der Gewinn am Ende deutlich geringer ausfallen als erwartet. Wechselkursschwankungen in beide Richtungen erschweren zudem die Budgetplanung und verlässliche Prognosen für die Zukunft.
In diesem Beispiel zeigen wir, wie wir einen Schweizer Maschinenexporteur dabei unterstützt haben, mehr Planungssicherheit für sein CHF-Budget zu schaffen. Sie erfahren, wie das Unternehmen von einer gezielten Strategie für das Währungsrisikomanagement profitierte und welche Erkenntnisse Sie daraus für die Überprüfung Ihres eigenen Währungsrisikos ableiten können.
Was passiert, wenn die Einnahmen in US-Dollar erzielt werden, die Kosten aber in Schweizer Franken anfallen.
Unser Kunde exportiert spezialisierte Werkzeuge an internationale Abnehmer, darunter auch Kunden in den USA. Da bereits feste Kundenverträge vorlagen, hatte das Unternehmen einen guten Überblick über die zu erwartenden Zahlungen in US-Dollar.
Die Ausgangslage lässt sich wie folgt zusammenfassen:
Durchschnittlicher Jahresumsatz von CHF 28 Millionen.
Rund USD 9 Millionen aus bestehenden Kundenverträgen, zahlbar innerhalb der nächsten sechs Monate.
Laufende Kosten in CHF, darunter Löhne und Zahlungen an Lieferanten.
Am 2. April 2025 kündigte die US-Regierung im Rahmen des sogenannten «Liberation Day» neue Zölle an. Dies führte zu einer Phase der Unsicherheit darüber, welche zusätzlichen Zölle künftig anfallen würden. Gleichzeitig verlor der US-Dollar im Jahr 2025 mehr als 9 % an Wert. Beides erhöhte den Druck auf Schweizer Exporteure.
Vor diesem Hintergrund benötigte das Unternehmen mehr Klarheit darüber, welchen Wert die bereits bestätigten Umsätze in Schweizer Franken haben würden. So liessen sich die Prognosen für den Rest des Jahres und darüber hinaus verlässlicher planen.
Vorher: USD/CHF-Schwankungen gefährdeten die erwartete Gewinnmarge
Der Exporteur hatte seine Kundenpreise auf Basis des Wechselkurses kalkuliert, der bei Vertragsabschluss galt. Sobald die Preise vereinbart waren, war das Unternehmen jedoch den Schwankungen zwischen US-Dollar und Schweizer Franken ausgesetzt.
Im Zeitraum von Mai bis Juli 2025, auf den sich dieses Beispiel bezieht, hätte ein Rückgang des Wechselkurses von CHF 0,84 auf CHF 0,80 je USD den Gegenwert der Kundenzahlungen von USD 9 Millionen um CHF 360'000 reduziert.
Bei angenommenen Kosten von CHF 7,2 Millionen hätten diese Verkäufe zum budgetierten Wechselkurs einen erwarteten Gewinn von CHF 360'000 erzielt. Ein entsprechender Rückgang des USD/CHF-Kurses hätte somit den gesamten erwarteten Gewinn aus diesen Verkäufen aufzehren können. Selbst wenn die Kunden ihre Rechnungen vollständig bezahlt hätten, wäre nach der Umrechnung in Schweizer Franken gerade noch genug übrig geblieben, um die Kosten zu decken.
Nachher: Devisentermingeschäfte schaffen Planungssicherheit für USD-Umsätze
Gemeinsam mit dem Unternehmen haben wir den Wechselkurs für die erwarteten Umsätze im Voraus festgelegt. Mit den Devisentermingeschäften wurde vereinbart, zu welchem Kurs die jeweiligen USD-Beträge an den festgelegten Abrechnungsterminen beziehungsweise innerhalb der vereinbarten Zeiträume in CHF umgetauscht werden.
Für das Finanzteam schafft die Kenntnis des CHF-Gegenwerts der US-Umsätze eine verlässlichere Grundlage für die Planung von Löhnen und Zahlungen an Lieferanten. Ein im Voraus festgelegter Wechselkurs sorgt dabei für zusätzliche Sicherheit: Das Unternehmen kann mit einem vereinbarten Kurs planen, auch wenn die allgemeinen Handelsbedingungen weiterhin von Unsicherheit geprägt sind.
Der folgende Vergleich geht davon aus, dass die gesamten USD 9 Millionen in CHF umgetauscht werden und die mit diesen Verkäufen verbundenen Kosten unverändert bei CHF 7,2 Millionen liegen. Im abgesicherten Szenario wird der gesamte Betrag mit Devisentermingeschäften zu einem Kurs von CHF 0,84 je USD abgesichert.
Beispielhafter Vergleich
Bei denselben USD-Umsätzen | Ohne Absicherung | Mit Absicherung (Devisentermingeschäfte) |
|---|---|---|
Umzurechnende Einnahmen | USD 9'000'000 | USD 9'000'000 |
Wechselkurs in CHF je USD | 0,80 | 0,84 |
Umsatz in CHF | CHF 7'200'000 | CHF 7'560'000 |
CHF 7'200'000 | CHF 7'200'000 | CHF 7'200'000 |
Gewinn aus diesen Verkäufen | CHF 0 | CHF 360'000 |
Gewinnmarge | 0% | 4.8% |
Der Vergleich berücksichtigt weder separate Gebühren noch Kostenänderungen oder Zahlungsverzögerungen und stellt nicht die tatsächliche Nettoersparnis des Kunden dar. Verglichen werden dieselben Kundeneinnahmen mit und ohne Absicherung durch Devisentermingeschäfte, nicht zwei aufeinanderfolgende Geschäftsperioden.
In diesem Beispiel ermöglichen die Devisentermingeschäfte dem Unternehmen, den budgetierten CHF-Umsatz zu sichern. Dadurch bleiben der erwartete Gewinn von CHF 360'000 und die entsprechende Gewinnmarge von 4,8 % erhalten.
Budgetierter Wechselkurs vs. Terminkurs
Ein Terminkurs wird für einen zukünftigen Währungstausch festgelegt und entspricht nicht automatisch dem Kassakurs, der bei der Budgetplanung zugrunde gelegt wurde. Diese Unterscheidung ist wichtig, um zu beurteilen, welchen CHF-Umsatz die Absicherung tatsächlich sichert. Auch mit einer Absicherung durch Devisentermingeschäfte bleiben andere Unsicherheiten bestehen, etwa zukünftige Umsätze, Zölle oder Zahlungsverzögerungen auf Kundenseite. Diese Risiken müssen separat berücksichtigt und gesteuert werden.
Drei Erkenntnisse, die Sie aus diesem Fall mitnehmen können
Prüfen Sie das Währungsrisiko bereits bei der Preisvereinbarung
Das Währungsrisiko bestand bereits in dem Moment, als sich der Exporteur auf die Preise in US-Dollar festlegte. Wer die Situation zu diesem Zeitpunkt prüft, kann frühzeitig feststellen, welche Zahlungen erwartet werden, wann sie voraussichtlich eingehen und welche Kosten in CHF damit gedeckt werden müssen.
Prüfen Sie, wie sich mögliche Wechselkursbewegungen auf die erwartete Gewinnmarge auswirken
Vergleichen Sie die Auswirkungen einer plausiblen Wechselkursbewegung auf den CHF-Gegenwert mit dem erwarteten Gewinn aus den jeweiligen Verkäufen. USD-Einnahmen, die zuverlässig zur Deckung von Ausgaben in US-Dollar verwendet werden können, reduzieren unter Umständen den Betrag, der tatsächlich umgetauscht werden muss, sofern Höhe und Zeitpunkt der Zahlungen zusammenpassen. So entsteht eine aussagekräftigere Grundlage für die Entscheidung, welcher Teil des Währungsrisikos abgesichert werden sollte.
Gut zu wissen: Dieselbe Budgetprüfung ist auch bei Währungen aus Schwellenländern sinnvoll. Dort können zusätzlich die Liquidität, die Konvertierbarkeit und die verfügbaren Absicherungsinstrumente eine Rolle bei der Wahl der passenden Strategie spielen.
Stimmen Sie die Absicherungsstrategie auf die zugrunde liegenden Verpflichtungen ab
Ein Devisentermingeschäft schafft eine verbindliche Verpflichtung, auch wenn sich ein Auftrag ändert oder ein Kunde verspätet zahlt. Deshalb sollten der abgesicherte Betrag und die vereinbarten Abrechnungstermine regelmässig überprüft werden, wenn sich die geschäftliche Ausgangslage verändert. Gleichzeitig sollte geprüft werden, ob die Absicherung weiterhin zum benötigten Budget passt.
Ziel einer Risikomanagementstrategie ist es, mehr Planungssicherheit für die Budgetierung zu schaffen. Sie garantiert jedoch nicht den bestmöglichen Wechselkurs.
Mehr dazu: Dieselben Grundsätze können auch bei der Absicherung eines bestehenden Unternehmenskredits relevant sein.
Absicherungsstrategien im Detail
Einen umfassenderen Vergleich verschiedener Instrumente zum Währungsrisikomanagement, darunter auch Devisentermingeschäfte, finden Sie in unserem Praxisleitfaden zum Währungsrisikomanagement. Einen vollständigen Überblick über die verfügbaren Möglichkeiten zur Absicherung finden Sie zudem auf unserer Übersichtsseite zum Risikomanagement.
Diese Fallstudie dient ausschliesslich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Finanzberatung dar. Produkte zum Währungsrisikomanagement setzen die Erfüllung bestimmter Voraussetzungen, eine Bonitätsprüfung und vereinbarte Vertragsbedingungen voraus. Die Ergebnisse hängen von den zugrunde liegenden Transaktionen und dem jeweils eingesetzten Vertrag ab.
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