Eine Hand hält fallende Dominosteine auf und symbolisiert damit Risikomanagement und Vorsorge.

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Fremdwährungskredite absichern

Wie können Unternehmen das Währungsrisiko eines bestehenden Fremdwährungskredits absichern?

Auch bei einem bereits laufenden Kredit lässt sich das Währungsrisiko noch absichern, wenn Höhe und Zeitpunkt der künftigen Rückzahlungen ausreichend feststehen.

Frag SwissFx

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Auch bei einem bereits laufenden Kredit kann ein Unternehmen das Währungsrisiko künftiger Rückzahlungen noch absichern. Tilgung und Zinsen werden in der Kreditwährung fällig. Wie hoch diese Zahlungen in CHF tatsächlich ausfallen, steht jedoch erst fest, wenn die benötigte Währung gekauft oder der Wechselkurs abgesichert wird.

Wie entsteht das Währungsrisiko bei einem bestehenden Kredit?

Ein Schweizer Unternehmen kann einen Kredit in EUR, USD, GBP oder einer anderen Fremdwährung aufnehmen, zum Beispiel für eine Übernahme, Maschinen, Immobilien, Lagerbestände oder Aktivitäten im Ausland. Erzielt das Unternehmen seine Einnahmen und hält seine liquiden Mittel jedoch überwiegend in CHF, muss es die Kreditwährung für jede Rückzahlung beschaffen. Wertet diese Währung gegenüber dem Schweizer Franken auf, wird die Rückzahlung in CHF teurer.

Währungsrisiko und Zinsrisiko sind voneinander getrennt zu betrachten

Auch bei einem festverzinslichen Fremdwährungskredit bleibt das Währungsrisiko bestehen. Bei einem variabel verzinsten Kredit kommen beide Risiken zusammen: Der Zinsbetrag kann sich mit dem Referenzzinssatz verändern, während gleichzeitig auch der CHF-Wert von Tilgung und Zinsen mit dem Wechselkurs schwankt.

Welcher Teil des Kredits ist für die Absicherung relevant?

Entscheidend ist nicht die ursprünglich aufgenommene Kreditsumme, sondern der aktuelle Rückzahlungsplan. Für jeden Fälligkeitstermin sollte das Unternehmen prüfen:

  • wie hoch die Tilgung ist,

  • welche Zinsen voraussichtlich anfallen,

  • welche Guthaben bereits in der Kreditwährung vorhanden sind,

  • welche verlässlichen Einnahmen in derselben Währung erwartet werden,

  • und wie viel Wechselkursrisiko das Unternehmen tragen möchte.

Guthaben und Einnahmen in derselben Währung können als natürliche Absicherung genutzt werden. Sie lassen sich direkt für die Rückzahlungen einsetzen, sodass nur der verbleibende Nettobetrag umgetauscht oder abgesichert werden muss.

Ein Multi-Währungskonto kann diesen Ansatz unterstützen, weil das Unternehmen die Kreditwährung halten und eingehende Beträge in derselben Währung gezielt für künftige Rückzahlungen zurücklegen kann.

Wie können Devisentermingeschäfte bei Kreditrückzahlungen helfen?

Wenn Betrag und Fälligkeit einer Rückzahlung ausreichend feststehen, kann das Unternehmen den Wechselkurs mit einem Devisentermingeschäft im Voraus fixieren. Dabei kann es den gesamten offenen Nettobetrag, nur einen Teil davon oder einzelne Raten absichern.

Dabei geht es nicht darum, den bestmöglichen Kurs zu treffen. Ziel ist vielmehr, die künftigen Kosten in CHF verlässlicher planen zu können.

Bei variabel verzinsten Krediten ist etwas mehr Flexibilität gefragt, weil die genaue Höhe der Zinsen oft erst beim nächsten Zinsreset feststeht. Der bereits bekannte Tilgungsbetrag kann abgesichert werden, während die Zinsen näher am Fälligkeitstermin separat berücksichtigt werden.

Beispiel: Einnahmen in derselben Währung verringern den abzusichernden Betrag

Angenommen, ein Schweizer Produktionsunternehmen hat in Südafrika einen Kredit über 8 Millionen ZAR. Alle sechs Monate werden 1 Million ZAR getilgt. Bei einem jährlichen Zinssatz von 10 Prozent auf den anfänglichen Kreditbetrag würden für sechs Monate rund 400.000 ZAR Zinsen anfallen. Die erste Rückzahlung läge damit bei insgesamt 1,4 Millionen ZAR.

Im selben Zeitraum erwartet das Unternehmen Einnahmen von 1 Million ZAR. Sind Betrag und Zeitpunkt ausreichend verlässlich, können diese Einnahmen direkt für die Rückzahlung genutzt werden. Übrig bleibt damit ein offener Betrag von 400.000 ZAR.

Für diesen Restbetrag kann das Unternehmen entscheiden, ob es das Wechselkursrisiko bewusst trägt oder den CHF-Gegenwert mit einem Devisentermingeschäft im Voraus festlegt.

Wie stark sich der Wechselkurs auswirken kann, zeigt ein Blick auf den Zeitraum vom 6. August 2025 bis zum 6. August 2026: Der CHF-Betrag, der für den Kauf derselben Menge ZAR benötigt wurde, stieg in diesem Zeitraum um rund 9 Prozent. Mit einem Devisentermingeschäft hätte sich der CHF-Betrag im Voraus fixieren lassen. Dafür hätte das Unternehmen allerdings nicht von einer später günstigeren Wechselkursentwicklung profitiert.

Illustratives Beispiel. Gebühren, Zinsänderungen und mögliche Änderungen der Kreditbedingungen sind nicht berücksichtigt.

Was passiert, wenn sich der Kredit verändert?

Die Absicherung sollte immer zur tatsächlichen Entwicklung des Kredits passen. Wird der Kredit vorzeitig zurückgezahlt oder refinanziert, ändern sich die Raten oder fällt der Zinsbetrag anders aus als geplant, kann die Absicherung nicht mehr genau mit den offenen Zahlungen übereinstimmen. Muss sie dann angepasst oder vorzeitig beendet werden, können je nach Marktlage und Vertragsbedingungen zusätzliche Kosten, aber auch Gewinne oder Verluste entstehen.

Bevor sich ein Unternehmen für eine Absicherung entscheidet, sollte es deshalb prüfen, wie verlässlich die Rückzahlungen planbar sind, welche Einnahmen oder Guthaben in derselben Währung zur Verfügung stehen, wie hoch der Liquiditätsbedarf ist und welche Absicherungsinstrumente überhaupt infrage kommen.

 Wichtig: Dieser Artikel dient ausschliesslich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlage-, Buchhaltungs-, Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung dar. Devisentermingeschäfte sind von Kreditprüfung, Eignung, Verfügbarkeit und den jeweils vereinbarten Bedingungen abhängig.

Prüfen Sie das Währungsrisiko Ihres bestehenden Kredits

SwissFx hilft Ihnen dabei, künftige Tilgungs- und Zinszahlungen zu erfassen, vorhandene natürliche Absicherungen zu berücksichtigen und zu prüfen, ob geeignete Möglichkeiten zur Währungsabsicherung verfügbar sind. So lässt sich besser einschätzen, welche Kosten in CHF künftig auf Ihr Unternehmen zukommen können.

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