
Lokale Zahlungen vs. lokale Kontodaten: Wo liegt der Unterschied?
Nur weil Ihr Unternehmen Zahlungen über lokale Zahlungswege abwickeln kann, bedeutet das nicht automatisch, dass Ihnen auch lokale Kontodaten für Zahlungseingänge in dieser Währung zur Verfügung stehen. Erfahren Sie, worin sich lokale Zahlungswege und lokale Kontodaten unterscheiden und wie sich beides über ein Multi-Währungskonto kombinieren lässt.
Praxisleitfaden
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Ein international tätiges Unternehmen muss in einem Markt möglicherweise sowohl Lieferanten bezahlen als auch Kundenzahlungen empfangen. Auf den ersten Blick wirkt das wie eine einzige Anforderung an die Zahlungsabwicklung. In der Praxis beruhen ausgehende und eingehende Zahlungen jedoch auf unterschiedlichen Möglichkeiten.
Ein Anbieter kann eine Währung über ein lokales Zahlungssystem senden, ohne gleichzeitig lokale Kontodaten für Zahlungseingänge in dieser Währung bereitzustellen. Bevor Rechnungsbedingungen vereinbart oder Zahlungsinformationen weitergegeben werden, sollten Unternehmen deshalb beide Zahlungsrichtungen getrennt prüfen.
Wichtiger Unterschied:
Ein lokaler Zahlungsweg beantwortet die Frage: „Wie bezahlen wir?“
Lokale Kontodaten beantworten dagegen: „Wie bezahlt unser Kunde uns?“
Lokale Zahlungen und lokale Kontodaten erfüllen unterschiedliche Zwecke
Ein lokaler Zahlungsweg bestimmt, wie das Geld den Lieferanten oder Empfänger erreicht
Die Zahlung wird über das nationale Zahlungssystem des jeweiligen Marktes abgewickelt, statt ausschliesslich über einen internationalen Überweisungsweg zu laufen. Typische Beispiele sind ACH in den USA, SEPA für Euro-Zahlungen und Faster Payments im Vereinigten Königreich.
Das Unternehmen muss dafür nicht zwingend ein eigenes klassisches Bankkonto im jeweiligen Land eröffnen. Ein Zahlungsanbieter kann seine lokale Infrastruktur oder einen Bankpartner nutzen, um die Zahlung im Auftrag des Kunden über das entsprechende nationale Zahlungsnetz abzuwickeln.
Lokale Kontodaten dienen dem entgegengesetzten Zahlungsfluss
Sie legen fest, wohin eine eingehende Zahlung gesendet wird, und sorgen dafür, dass sie dem richtigen Unternehmen zugeordnet werden kann. Je nach Markt können diese Angaben beispielsweise aus einer IBAN, einer Kontonummer oder einer vergleichbaren lokalen Kennung bestehen. Wo SwissFx solche Kontodaten anbietet, werden sie innerhalb des bestehenden Multi-Währungskontos bereitgestellt und lauten vollständig auf den Namen des Unternehmens.
Geschäftliche Frage | Lokaler Zahlungsweg | Lokale Kontodaten |
|---|---|---|
Zweck | Gelder über ein nationales Zahlungssystem an einen Lieferanten oder Empfänger senden | Kundenzahlungen über lokale Kontodaten empfangen und dem richtigen Unternehmen zuordnen |
Was das Unternehmen benötigt | Zugang zur lokalen Zahlungsinfrastruktur des Anbieters | Zugewiesene lokale Kontodaten auf den Namen des Unternehmens, sofern verfügbar |
Separates lokales Bankkonto erforderlich? | Nein. Der Anbieter stellt den Zugang zum nationalen Zahlungssystem bereit. | Nein. Sofern verfügbar, werden die lokalen Kontodaten auf den Namen des Unternehmens innerhalb des SwissFx Multi-Währungskontos geführt. |
Ein Multi-Währungskonto statt mehrerer lokaler Bankverbindungen
Bei einer klassischen Bankstruktur kann die Expansion in mehrere Märkte bedeuten, in jedem Land ein separates Konto zu eröffnen, eine neue Bankbeziehung aufzubauen und zusätzliche Onboarding-Prozesse, Plattformen und Kontostrukturen zu verwalten.
Wo SwissFx lokale Kontodaten bereitstellt, werden diese auf den Namen des Unternehmens innerhalb des bestehenden Multi-Währungskontos geführt. So kann das Unternehmen lokale Zahlungseingänge nutzen, ohne in jedem Markt ein separates klassisches Bankkonto unterhalten zu müssen.
Nicht jede Währung unterstützt beide Zahlungsrichtungen
Die Verfügbarkeit einer Währung lässt sich nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten. Welche Möglichkeiten für Zahlungen und Zahlungseingänge bestehen, hängt unter anderem von der lokalen Infrastruktur, der Marktliquidität und den jeweiligen Währungsbestimmungen ab. Entscheidend ist deshalb, den konkret verfügbaren Zahlungsweg zu prüfen, statt davon auszugehen, dass eine Funktion automatisch auch die andere umfasst.
SwissFx unterstützt Zahlungen in mehr als 140 Währungen. Für über 30 Währungen stehen lokale Zahlungen und/oder lokale Zahlungseingänge zur Verfügung. Nicht jede lokal unterstützte Währung bietet jedoch beide Richtungen. Unternehmen sollten daher vor der Einrichtung eines neuen Zahlungswegs die aktuelle Liste der unterstützten Währungen prüfen.
Der SwissFx Currency Capabilities Guide unterscheidet deshalb zwischen vier Funktionen: Local Pay, Local Collect, International Pay und International Collect. So lässt sich für jeden Zahlungsfluss genau prüfen, welche Funktion verfügbar ist.
Wie sich lokale Zahlungswege von internationalen Überweisungen unterscheiden
Sie nutzen unterschiedliche Infrastrukturen.
Eine lokale Zahlung oder ein lokaler Zahlungseingang wird über ein nationales Zahlungssystem abgewickelt, etwa ACH, SEPA oder Faster Payments.
Eine internationale Überweisung erfolgt grenzüberschreitend, in der Regel über das SWIFT-Netzwerk, und kann über Korrespondenzbanken laufen.
Internationale Überweisungen bleiben sinnvoll, wenn kein geeigneter lokaler Zahlungsweg verfügbar ist, der Empfänger ausdrücklich eine internationale Überweisung verlangt oder eine grössere geografische Reichweite erforderlich ist.
Weitere Informationen finden Sie in unseren Leitfäden zu den Unterschieden zwischen Wire Transfer und Bank Transfer und dazu, wie lokale Konten funktionieren.
Ein Beispiel aus Malaysia und Singapur zeigt, warum beide Zahlungsrichtungen geprüft werden müssen
Nehmen wir zwei Schweizer Unternehmen, die nach Südostasien expandieren. Beide möchten lokale Lieferanten bezahlen und ihren Kunden Rechnungen stellen. Die Zahlungsstrukturen können dabei jedoch unterschiedlich aussehen.
Unternehmen A: Lieferantenzahlungen in Malaysia
Unternehmen A bezieht Dienstleistungen und Materialien von malaysischen Lieferanten. Diese kann es über einen lokalen Zahlungsweg in malaysischen Ringgit (MYR) bezahlen.
SwissFx unterstützt Zahlungen in MYR, derzeit jedoch keine Zahlungseingänge in dieser Währung. Unternehmen A könnte seinen malaysischen Kunden deshalb Rechnungen in einer anderen unterstützten Währung stellen, etwa in USD, EUR oder SGD. Die Gelder können auf dem Multi-Währungskonto eingehen und bei Bedarf für Lieferantenzahlungen in MYR umgetauscht werden.
Unternehmen B: Zahlungen und Zahlungseingänge in Singapur
Unternehmen B arbeitet mit Lieferanten und Kunden in Singapur. Für den Singapur-Dollar (SGD) stehen sowohl lokale Zahlungen als auch lokale Zahlungseingänge zur Verfügung. Das Unternehmen kann seinen Kunden lokale SGD-Kontodaten bereitstellen, die Zahlungen über das SwissFx Multi-Währungskonto empfangen und das Guthaben anschliessend für Zahlungen an geeignete Lieferanten in Singapur verwenden. Je nach Bedarf kann das Unternehmen die Gelder auch in SGD halten oder in eine andere Währung umtauschen.
Markt und Währung | Verfügbare lokale Zahlungswege | Auswirkung auf die Zahlungsabwicklung |
|---|---|---|
Malaysia (MYR) | Lokale Lieferantenzahlungen | Kundenzahlungen müssen über eine andere unterstützte Empfangswährung und einen entsprechenden Zahlungsweg abgewickelt werden. |
Singapur (SGD) | Lokale Lieferantenzahlungen und lokale Kundenzahlungseingänge | SGD können über das Multi-Währungskonto empfangen, gehalten, für weitere Zahlungen verwendet oder in eine andere Währung umgetauscht werden. |
Keine Zahlungsstruktur sollte isoliert betrachtet werden
Unternehmen A verfügt über einen effizienten Zahlungsweg für ausgehende MYR-Zahlungen, muss für eingehende Zahlungen jedoch eine separate Lösung wählen. Unternehmen B kann dagegen beide Zahlungsrichtungen in SGD miteinander verbinden. Welche Struktur die richtige ist, hängt von den tatsächlichen Geschäftspartnern, den Rechnungswährungen und der geplanten Verwendung eingehender Guthaben ab.
Die Zahlungsstruktur sollte dem tatsächlichen Geschäftsablauf folgen
Ausgangspunkt ist immer die zugrunde liegende Transaktion. Für jeden Markt sollten Vertrieb, Einkauf und Finanzabteilung gemeinsam festlegen, wer wen bezahlt, in welcher Währung die Zahlung erfolgt, über welchen Weg sie abgewickelt werden soll und was nach dem Zahlungseingang mit dem Guthaben geschieht.
Auch die technischen Möglichkeiten und die vereinbarten Geschäftsbedingungen müssen zusammenpassen. Ein lokaler Zahlungsweg kann verfügbar sein, obwohl der Lieferant eine andere Abrechnungswährung verlangt. Ebenso kann eine bevorzugte Rechnungswährung einen anderen Weg für den Zahlungseingang erforderlich machen.
Diese sechs Punkte sollten Sie vorab prüfen
Geschäftspartner erfassen. Halten Sie fest, wer Zahlungen an Ihr Unternehmen leistet und wen Ihr Unternehmen bezahlen muss.
Ein- und ausgehende Zahlungen getrennt betrachten. Lieferantenzahlungen und Kundenzahlungseingänge sollten als separate Anforderungen geprüft werden.
Verfügbare Zahlungswege prüfen. Prüfen Sie lokale Zahlungen, lokale Zahlungseingänge, internationale Zahlungen und internationale Zahlungseingänge jeweils separat.
Abrechnungswährung festlegen. Klären Sie vor der Weitergabe von Zahlungsinformationen, welche Währung in Verträgen und Rechnungen verwendet wird.
Verwendung des Guthabens planen. Entscheiden Sie, ob eingehende Gelder für Zahlungen in derselben Währung weiterverwendet, für spätere Zwecke gehalten oder umgetauscht werden sollen.
Operative Details bestätigen. Prüfen Sie Onboarding-Status, Kontodaten, Zahlungsreferenzen, erforderliche Unterlagen, Limiten und voraussichtliche Ausführungszeiten.
Tipp für regelmässige Zahlungsabläufe
Dokumentieren Sie den gewählten Zahlungsweg, die Rechnungswährung, die zugewiesenen Kontodaten, die interne Zuständigkeit und das Datum der letzten Prüfung der verfügbaren Funktionen. Wenn mehrere freigegebene Zahlungen gleichzeitig fällig sind, kann das Finanzteam die Sammelzahlungen von SwissFx nutzen, um Transaktionen für verschiedene Lieferanten oder Mitarbeitende zu bündeln. Jede Zahlung behält dabei ihre eigene Währung und ihre individuellen Empfängerdaten, während sich wiederkehrende manuelle Arbeitsschritte reduzieren lassen.
Wie lokale Zahlungswege das internationale Liquiditätsmanagement vereinfachen können
Indem unterstützte lokale Zahlungswege und Zahlungseingänge in einem einzigen Multi-Währungskonto zusammengeführt werden, ermöglicht SwissFx Finanzteams, ein- und ausgehende Zahlungen zentral zu steuern, ohne in jedem Markt ein separates Bankkonto eröffnen zu müssen.
Wo verfügbar, nutzen lokale Zahlungswege nationale Zahlungssysteme statt einer klassischen internationalen Überweisung. Je nach Währung und Zahlungsweg können dadurch weniger Zwischenstellen beteiligt sein, Transaktionskosten sinken, Zahlungen schneller abgewickelt werden und mehr Sicherheit darüber bestehen, welcher Betrag tatsächlich ankommt. Lokale Kontodaten auf den Namen des Unternehmens können es Kunden zudem erleichtern, Zahlungen zu leisten, und die Zuordnung eingehender Gelder vereinfachen. Lieferanten wiederum erhalten ihre Zahlungen über vertraute nationale Zahlungswege.
Verfügbare Guthaben können anschliessend im selben Konto gehalten, für geeignete Zahlungen verwendet oder in eine andere Währung umgetauscht werden. Ein persönlicher Ansprechpartner kann dabei unterstützen, die passende Kombination aus lokalen und internationalen Zahlungswegen zu bestimmen, bevor Rechnungsbedingungen vereinbart werden.
Wie schnell können lokale Kontodaten bereitgestellt werden?
Nach abgeschlossenem Onboarding kann SwissFx für geeignete Währungen unter Umständen innerhalb von etwa vier Stunden lokale Kontodaten bereitstellen. Dabei handelt es sich um einen Richtwert und nicht um eine Garantie. Die tatsächliche Dauer hängt von der jeweiligen Währung und dem Markt sowie von möglichen zusätzlichen Prüfungen oder Anforderungen ab.
Wichtig: Dieser Artikel dient ausschliesslich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Rechts-, Regulierungs-, Steuer- oder Finanzberatung dar. Welche Währungen und Zahlungswege verfügbar sind, hängt unter anderem vom Markt, der Art der Transaktion, den erforderlichen Unterlagen und den geltenden Vorgaben ab und kann sich im Laufe der Zeit ändern.
Passen Ihre Zahlungs- und Zahlungseingangswege zusammen?
Wenn Sie in einen neuen Markt expandieren oder Ihre bestehende Zahlungsstruktur überprüfen möchten, kann SwissFx Ihre ein- und ausgehenden Zahlungsströme nach Währung erfassen und erläutern, welche lokalen und internationalen Möglichkeiten derzeit verfügbar sind.