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Vertrauen in eine Finanzplattform schaffen

Vertrauen in eine Finanzplattform schaffen

Rachael Camp, Mitgründerin von SwissFx, erklärt, warum Vertrauen in Finanzdienstleistungen nicht mit einem Werbeversprechen beginnt. Es entsteht durch Regulierung, Compliance, sorgfältige Dokumentation, verantwortungsvolles Handeln und viel Geduld, lange bevor die ersten Kunden die Plattform nutzen.

Perspectives

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Finanzplattformen wirken auf den ersten Blick oft unkompliziert. Kunden eröffnen ein Konto, greifen auf die Plattform zu, führen Zahlungen aus oder tauschen Währungen um. Was dabei häufig verborgen bleibt, ist der Aufwand hinter den Kulissen. Damit ein Finanzunternehmen seine Kunden zuverlässig betreuen kann, braucht es klare Prozesse, eine sorgfältige Dokumentation, wirksame Kontrollmechanismen und ein hohes Maß an Verantwortung. 

Im ersten Beitrag unserer Reihe Perspektiven sprach Rachael Camp, Mitgründerin von SwissFx, darüber, warum SwissFx gegründet wurde und weshalb das Unternehmen auf langfristige Beziehungen im Bereich Währungsumtausch und internationale Zahlungen setzt. In diesem Folgebeitrag richtet sie den Blick auf einen weiteren wichtigen Aspekt: was hinter den Kulissen geschaffen werden musste, bevor die Plattform ihre ersten Kunden aufnehmen konnte, und warum Vertrauen in Finanzdienstleistungen entstehen muss, bevor darüber gesprochen werden kann.

Warum ist Vertrauen im Finanzsektor so wichtig? 

R. C.: „Vertrauen ist die Grundlage von allem. Ohne Vertrauen gibt es keine stabile Basis, weder innerhalb eines Unternehmens noch in der Zusammenarbeit mit Kunden. 

Im Bereich Währungsumtausch und internationale Zahlungen entscheiden sich Unternehmen nicht einfach für eine Software oder eine Plattform. Sie wählen einen Partner, der bei wichtigen Finanzprozessen eine zentrale Rolle spielt, etwa bei Lieferantenzahlungen, dem Währungsumtausch oder Entscheidungen rund um das Management von Wechselkursrisiken. Deshalb müssen sie sicher sein können, dass ihr Anbieter verantwortungsvoll handelt, transparent arbeitet und zuverlässig ist. 

Für uns war von Anfang an klar, dass Vertrauen keine Botschaft sein darf, die man später für Marketingzwecke ergänzt. Es musste von Beginn an fester Bestandteil unseres Unternehmens sein. Das bedeutet, offen und transparent zu handeln, ehrlich zu kommunizieren, wenn etwas nicht perfekt ist, und die richtigen Strukturen und Prozesse zu schaffen, bevor wir von unseren Kunden erwarten, dass sie uns ihr Vertrauen schenken.“

Was musste vorhanden sein, bevor SwissFx die ersten Kunden aufnehmen konnte? 

R. C.: „Bevor wir die ersten Kunden aufnehmen konnten, mussten wir zunächst alle regulatorischen Anforderungen erfüllen und Mitglied einer Schweizer Selbstregulierungsorganisation werden. SwissFx ist Mitglied der VQF, einer Selbstregulierungsorganisation nach dem Schweizer Geldwäschereigesetz. 

Das war eine grundlegende Voraussetzung. Wir konnten nicht einfach eine Website veröffentlichen und direkt mit dem Geschäft starten. Zwar konnten wir bereits an unserer Marke, der Plattform, der Website und dem gesamten Unternehmensaufbau arbeiten, Kunden durften wir jedoch erst aufnehmen, nachdem das Zulassungsverfahren abgeschlossen war. 

Dadurch verlief auch der Aufbau von SwissFx anders, als viele vielleicht erwarten würden. Mit der Entwicklung von SwissFx haben wir bereits im Dezember 2024 begonnen. Anschließend folgte eine längere Phase, in der wir intensiv am Unternehmen gearbeitet haben, ohne unsere Dienstleistungen bereits vollständig anbieten zu können. Von außen wirkt es oft so, als sei eine neue Plattform innerhalb kurzer Zeit entstanden. Tatsächlich steckt zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits sehr viel Arbeit hinter den Kulissen.“ 

Wie sah der regulatorische Prozess in der Praxis aus? 

R. C.: „Der regulatorische Prozess war mit einem erheblichen Vorbereitungsaufwand verbunden. Allein die Erstellung der Antragsunterlagen nahm rund drei Monate in Anspruch. Nach der Einreichung dauerte das Prüfungsverfahren weitere sechs Monate. Insgesamt haben wir also fast neun Monate mit Vorbereitung, Prüfung und Warten verbracht. 

Während dieser Zeit haben wir eng mit externen Compliance-Experten zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass alle Unterlagen den regulatorischen Anforderungen entsprechen und vollständig sind. Dabei ging es nicht darum, einfach einen Antrag einzureichen. Wir mussten nachweisen, dass unser Geschäftsmodell, unsere Prozesse, unser Compliance-Konzept und die Verantwortlichkeiten hinter unseren Dienstleistungen sorgfältig durchdacht und belastbar sind. 

Da SwissFx mit einem Netzwerk von Partnern zusammenarbeitet, musste auch diese Zusammenarbeit transparent dargestellt werden. Im Finanzsektor zählt nicht nur das, was Kunden auf der Plattform sehen. Ebenso wichtig ist, welche Partner, Systeme und Prozesse im Hintergrund zusammenwirken und ob sie den regulatorischen Anforderungen in der Schweiz entsprechen. 

Das braucht Zeit und das ist auch richtig so. Wenn ein Unternehmen Zahlungsströme und andere Finanzprozesse verwaltet, müssen Kunden darauf vertrauen können, dass die gesamte Struktur sorgfältig geprüft, hinterfragt und nachvollziehbar dokumentiert wurde.“

Warum ist Geduld ein wichtiger Bestandteil beim Aufbau einer Finanzplattform? 

R. C.: „Ich habe gelernt, wie wichtig Geduld in diesem Prozess ist. Das Warten auf die regulatorische Genehmigung war nur ein Beispiel dafür. Grundsätzlich unterscheidet sich der Aufbau eines Finanzunternehmens deutlich von der Einführung eines digitalen Produkts. Die regulatorischen Anforderungen sind höher, es gibt mehr Prüfungen und deutlich mehr Abhängigkeiten. 

Geduld ist aber auch gefragt, wenn es darum geht, Vertrauen im Markt aufzubauen. SwissFx ist ein junges Unternehmen in einem spezialisierten B2B-Umfeld. Bekanntheit entsteht nicht von heute auf morgen. Sie wächst durch persönliche Gespräche, konsequentes Handeln, langfristige Beziehungen und die Erfahrungen, die Kunden mit uns machen. Genau das war für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse auf diesem Weg.“ 

In manchen Bereichen kann man kreativ sein und schnell vorankommen. Gleichzeitig muss man bereit sein, ein solides Fundament zu schaffen. Dazu gehört auch, die Schritte zu akzeptieren, die mehr Zeit brauchen, weil sie aus gutem Grund Teil des Prozesses sind.

Rachael Camp, Mitgründerin von SwissFx

In manchen Bereichen kann man kreativ sein und schnell vorankommen. Gleichzeitig muss man bereit sein, ein solides Fundament zu schaffen. Dazu gehört auch, die Schritte zu akzeptieren, die mehr Zeit brauchen, weil sie aus gutem Grund Teil des Prozesses sind.

Rachael Camp, Mitgründerin von SwissFx

In manchen Bereichen kann man kreativ sein und schnell vorankommen. Gleichzeitig muss man bereit sein, ein solides Fundament zu schaffen. Dazu gehört auch, die Schritte zu akzeptieren, die mehr Zeit brauchen, weil sie aus gutem Grund Teil des Prozesses sind.

Rachael Camp, Mitgründerin von SwissFx

Endet Compliance mit der Zulassung?  

R. C.: „Nein. Mit der Zulassung ist das Thema Compliance nicht abgeschlossen. Sie bildet vielmehr den Rahmen für eine dauerhafte Verantwortung. SwissFx muss jedes Jahr verschiedene regulatorische Anforderungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem die Einreichung des Jahresabschlusses, Audits sowie regelmäßige Schulungen zur Geldwäscheprävention

Darüber hinaus müssen wir die Informationen und Warnhinweise im Zusammenhang mit dem goAML-Rahmenwerk in der Schweiz kontinuierlich im Blick behalten. Diese laufenden Aufgaben gehören zu einer verantwortungsvollen Unternehmensführung. Unsere Kunden nehmen sie zwar nicht unmittelbar wahr, sie prägen jedoch maßgeblich die Art und Weise, wie wir unser Unternehmen führen. 

Genau deshalb ist Vertrauen kein einmaliger Meilenstein. Es muss immer wieder neu durch die konsequente Erfüllung regulatorischer Anforderungen, interne Disziplin und die kontinuierliche Umsetzung aktueller Compliance-Vorgaben bestätigt werden.“ 

Nützliche offizielle Informationsquellen 

Wenn Sie mehr über die regulatorischen Grundlagen dieses Themas erfahren möchten, finden Sie in den folgenden offiziellen Quellen weiterführende Informationen: 

FINMA — Selbstregulierungsorganisationen (SRO) 

VQF — Selbstregulierungsorganisation 

FINMA — Bekämpfung der Geldwäscherei 

fedpol / MROS — Meldestelle für Geldwäscherei Schweiz 

Wie wirkt sich die Arbeit hinter den Kulissen auf die Kundenbeziehung aus? 

R. C.: „Sie schafft eine verlässliche Grundlage für die Zusammenarbeit. Kunden erleben vor allem den persönlichen Austausch mit ihrem Ansprechpartner, den Onboarding-Prozess oder die Plattform selbst. Dahinter braucht es jedoch klare Strukturen, die eine sichere und verantwortungsvolle Abwicklung gewährleisten. 

Das prägt auch die Art, wie wir mit unseren Kunden kommunizieren möchten. Wir legen Wert darauf, verständlich, unkompliziert und ehrlich zu sein. Wenn ein Kunde eine Frage hat, erklären wir transparent, was passiert. Wenn es ein Problem gibt, sprechen wir offen darüber und suchen gemeinsam nach einer Lösung. Vertrauen entsteht sowohl durch einen verlässlichen regulatorischen Rahmen als auch durch das tägliche Handeln der Menschen im Unternehmen.“

Worauf sollten Unternehmen bei der Wahl einer Finanzplattform achten?

R. C.: „Unternehmen sollten nicht nur auf die Plattform selbst schauen, sondern auch darauf, was dahintersteht. Regulierung, Compliance, Kundenidentifizierung, die Struktur der Partnernetzwerke, klare Verantwortlichkeiten und eine persönliche Betreuung sind ebenso wichtig wie die Plattform selbst. Das gilt auch für zusätzliche Leistungen wie Mehrwährungskonten oder das Management von Wechselkursrisiken

Für uns bedeutet Vertrauen, diese Grundlagen so transparent zu machen, dass sich unsere Kunden gut informiert fühlen und jederzeit Fragen stellen können. Eine Finanzplattform sollte nicht nur dann überzeugen, wenn alles reibungslos läuft. Sie muss auch in anspruchsvolleren Situationen Verlässlichkeit, Transparenz und einen offenen Dialog bieten.“

Starten Sie mit einem persönlichen Gespräch

Die Wahl eines Partners für Währungsumtausch und internationale Zahlungen geht weit über den Zugang zu einer Plattform hinaus. Entscheidend ist auch, zu verstehen, wie ein Anbieter arbeitet, welche Verantwortung hinter seinen Dienstleistungen steht und ob die Zusammenarbeit von Anfang an von Offenheit und Vertrauen geprägt ist. Sprechen Sie mit Rachael oder einem Mitglied des SwissFx-Teams über die Anforderungen Ihres Unternehmens und erfahren Sie mehr über den Ansatz von SwissFx.

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SwissFx Sàrl ist Mitglied der Financial Services Standards Association (VQF – Verein zur Qualitätssicherung von Finanzdienstleistungen) (www.vqf.ch). Die VQF ist die größte offizielle Selbstregulierungsorganisation (SRO) nach Schweizer Recht zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

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