
So funktionieren internationale Banküberweisungen?
Wer den Ablauf einer internationalen Zahlung kennt, kann besser einschätzen, wie lange sie dauert, welche Gebühren anfallen und welcher Betrag dem Empfänger tatsächlich gutgeschrieben wird.
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Bei einer internationalen Banküberweisung fliesst das Geld nicht immer direkt vom Konto des Absenders auf das Konto des Empfängers. Die beteiligten Finanzinstitute übermitteln den Zahlungsauftrag, führen die erforderlichen Prüfungen durch und wickeln die Zahlung über ihre jeweiligen Bankverbindungen ab.
Je nach Währung, Zielland und Zahlungsweg können auch ein Währungsumtausch oder zusätzliche Korrespondenzbanken beteiligt sein.
Was passiert, nachdem eine internationale Zahlung ausgelöst wurde?
1. Das Unternehmen erfasst den Zahlungsauftrag
Der Absender gibt den Namen des Empfängers, die Kontodaten, die Bankverbindung, die Währung, den Betrag und den Verwendungszweck ein. Bei einer zulässigen Euro-Zahlung innerhalb des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums SEPA sind in der Regel der vollständige Name des Empfängers und die IBAN entscheidend. Für andere internationale Zahlungswege können zusätzlich ein BIC oder SWIFT-Code, Name und Adresse der Empfängerbank sowie länderspezifische Angaben erforderlich sein.
2. Das sendende Institut prüft den Auftrag
Die Bank oder der Zahlungsdienstleister prüft, ob alle erforderlichen Angaben vorhanden und schlüssig sind. Zusätzlich können Sanktionsprüfungen, Massnahmen zur Betrugsprävention und weitere Compliance-Kontrollen erfolgen. Fehlende oder falsche Empfängerdaten gehören zu den häufigsten Gründen dafür, dass Zahlungen verzögert, abgelehnt oder zurückgebucht werden.
3. Die Währung wird bei Bedarf umgetauscht
Verfügt der Absender nicht bereits über die benötigte Zahlungswährung, muss der Betrag umgetauscht werden. Das kann vor dem Versand der Zahlung, unterwegs bei einer Korrespondenzbank oder erst bei der Empfängerbank geschehen. Entscheidend ist, an welcher Stelle die Umrechnung erfolgt, denn davon hängt ab, welcher Anbieter den Wechselkurs und die Wechselkursmarge festlegt.
4. Der Zahlungsweg wird festgelegt und der Auftrag weitergeleitet
Viele internationale Banküberweisungen werden über SWIFT abgewickelt, aber nicht alle. SWIFT ist ein sicheres Netzwerk für den Austausch standardisierter Zahlungsnachrichten. Das Netzwerk selbst verwahrt jedoch kein Geld und führt keine Kundenkonten.
Besteht zwischen dem sendenden und dem empfangenden Institut eine direkte Bankverbindung, kann der Zahlungsweg relativ kurz sein. Andernfalls können eine oder mehrere Korrespondenzbanken die Verbindung zwischen den beteiligten Instituten herstellen.
5. Die beteiligten Banken wickeln die Zahlung untereinander ab
Bei der Abwicklung werden die Konten oder Guthaben angepasst, die die beteiligten Finanzinstitute untereinander führen. Je nach Zahlungsweg können mehrere Buchungen erforderlich sein, bevor das Geld bei der Empfängerbank ankommt.
6. Die Empfängerbank schreibt den Betrag gut
Auch wenn die Zahlung die Empfängerbank erreicht hat, steht das Geld dem Empfänger nicht immer sofort zur Verfügung. Möglicherweise sind noch weitere Prüfungen nötig, etwa zur Einhaltung regulatorischer Vorgaben, zur Bestätigung der Empfängerdaten, zum Währungsumtausch oder zur korrekten Zuordnung der Zahlung.
Laut SWIFT erreichen viele Zahlungsaufträge die Empfängerbank bereits nach kurzer Zeit. Bis der Betrag tatsächlich verfügbar ist, kann es jedoch länger dauern, etwa aufgrund lokaler Vorschriften, unterschiedlicher Geschäftszeiten, der jeweiligen Zahlungsinfrastruktur oder manueller Prüfungen.
Warum kann beim Empfänger weniger ankommen als überwiesen wurde?
Bei internationalen Überweisungen hängt es vom Anbieter und vom Zahlungsweg ab, wer die Gebühren trägt. Beim Erfassen der Zahlung kann der Absender in der Regel zwischen drei Varianten wählen:
OUR: Der Absender übernimmt die anfallenden Überweisungsgebühren.
SHA: Absender und Empfänger zahlen jeweils die Gebühren ihres eigenen Finanzinstituts.
BEN: Der Empfänger trägt die Überweisungsgebühren. Sie werden normalerweise direkt vom eingehenden Betrag abgezogen.
Zusätzlich können unterwegs Gebühren von Korrespondenzbanken anfallen. Auch diese können vom Überweisungsbetrag abgezogen werden. Finanzteams sollten deshalb nicht nur prüfen, welche Gebührenregelung gewählt wurde, sondern auch, welcher Betrag dem Empfänger voraussichtlich tatsächlich gutgeschrieben wird. Wechselkurs und Kosten für den Währungsumtausch sollten dabei getrennt von den eigentlichen Überweisungsgebühren betrachtet werden.
Für SEPA-Überweisungen gilt eine andere Gebührenregelung: Absender und Empfänger tragen jeweils nur die Gebühren ihres eigenen Zahlungsdienstleisters. Der ursprünglich überwiesene Betrag muss dabei vollständig und ohne Abzüge weitergeleitet werden.
Wann ist ein lokaler Zahlungsweg die bessere Wahl?
Eine internationale Geschäftszahlung muss nicht zwingend als klassische Auslandsüberweisung erfolgen. Für Euro-Zahlungen innerhalb der teilnehmenden Länder und Gebiete bietet SEPA einen einheitlichen Zahlungsweg. In anderen Märkten stehen eigene nationale Zahlungssysteme zur Verfügung.
Wo lokale Zahlungen möglich sind, kann die Überweisung direkt über das jeweilige Inlandssystem laufen. Dadurch sind oft weniger Banken beteiligt, und eine zusätzliche Auslandsüberweisung oder Währungsumrechnung lässt sich möglicherweise vermeiden. Günstiger oder schneller ist dieser Weg jedoch nicht automatisch. Entscheidend sind das Land, die Währung, der Anbieter und das Konto des Empfängers.
Wie wirkt sich ein Multi-Währungskonto auf den Zahlungsablauf aus?
Mit einem Multi-Währungskonto kann ein Unternehmen Guthaben in verschiedenen Währungen halten. Verfügt es zum Beispiel bereits über britische Pfund, kann es einen Lieferanten im Vereinigten Königreich direkt in GBP bezahlen, ohne die benötigte Währung erst bei der Überweisung aus CHF umtauschen zu müssen.
SwissFx verbindet Multi-Währungskonten mit lokalen Zahlungswegen für ausgewählten Währungen.
So können Finanzteams besser steuern, wann sie eine Währung umtauschen und über welchen Weg eine Zahlung ausgeführt wird.
Vor der Überweisung sollten Sie folgende Punkte prüfen:
Prüfen Sie Ihre internationalen Zahlungswege
Je nach Währung und Zielland kann eine Zahlung auf unterschiedlichen Wegen abgewickelt werden. SwissFx prüft, wo der Währungsumtausch stattfindet, welche Gebühren anfallen und ob sich Ihre Zahlungsabläufe durch lokale Zahlungswege oder ein Multi-Währungskonto vereinfachen lassen.