
Zahlungen an Lieferanten in Vietnam in CHF/VND: Ein Praxisleitfaden für Schweizer Unternehmen
Von der Wahl der Rechnungswährung bis zur Steuerung des Zeitraums zwischen Anzahlung und Schlusszahlung: Bei Zahlungen an Lieferanten in Vietnam gibt es zahlreiche Entscheidungen, die sich auf Kosten, Planungssicherheit und die effiziente Abwicklung Ihrer Lieferantenzahlungen auswirken können.
Praxisleitfaden
Posted on:
Vietnam hat sich zu einem bedeutenden Produktions- und Beschaffungsstandort für international tätige Unternehmen entwickelt. Schweizer Unternehmen beziehen von vietnamesischen Lieferanten unter anderem Elektrogeräte, Maschinen,Bekleidung, Schuhe und Lebensmittel.
Bei Lieferantenzahlungen ist es üblich, vor Produktionsbeginn eine Anzahlung zu leisten und den Restbetrag vor dem Versand zu begleichen. In der Zeit zwischen diesen beiden Zahlungen können Wechselkursschwankungen zwischen CHF und VND die Kosten in Schweizer Franken erhöhen und die Liquiditätsplanung erschweren. Wird der Preis in VND vereinbart, behalten Unternehmen mehr Kontrolle über den Währungsumtausch. Dafür benötigen sie jedoch Zugang zur entsprechenden Währung und eine geeignete Zahlungsmöglichkeit.
Dieser Praxisleitfaden zeigt, wie Schweizer Unternehmen die passende Rechnungswährung wählen, Lieferanten lokal in VND bezahlen und zukünftige Zahlungen, wiederkehrende Transaktionen sowie Finanzierungslösungen effizient organisieren können.
Was sollten Sie vor einer Zahlung mit einem vietnamesischen Lieferanten vereinbaren?
Die Zahlungsbedingungen sollten bereits vor Beginn der Produktion eindeutig festgelegt werden. Im Vertrag, der Bestellung oder der Handelsvereinbarung sollten der Gesamtpreis, die Rechnungswährung, die Höhe der Anzahlung, der Restbetrag sowie die Termine oder Meilensteine definiert sein, zu denen die einzelnen Zahlungen fällig werden.
Darüber hinaus sollten beide Parteien die Lieferbedingungen und die Unterlagen vereinbaren, die vor der Freigabe der Schlusszahlung vorliegen müssen. Je nach Geschäftsabschluss können dazu beispielsweise die Rechnung, eine Packliste, ein Prüfbericht oder Versanddokumente gehören.
Ein häufiges Zahlungsmodell sieht eine Anzahlung vor Produktionsbeginn und die Schlusszahlung vor dem Versand vor. So kann ein Lieferant beispielsweise bei Auftragsbestätigung 30 % des Rechnungsbetrags verlangen und die verbleibenden 70 % nach Abschluss der Produktion. Dies ist jedoch nur eine von vielen möglichen Vereinbarungen. Die Höhe der einzelnen Zahlungen und deren Fälligkeit hängen unter anderem von der Art der Ware, dem Auftragswert, der Geschäftsbeziehung und der Verhandlungsposition beider Parteien ab.
Vertrauen aufbauen, formale Prüfungen aber nicht vernachlässigen
Persönliche Geschäftsbeziehungen spielen in Vietnam insbesondere zu Beginn einer Zusammenarbeit eine wichtige Rolle. Ein regelmäßiger Austausch kann Vertrauen schaffen, ersetzt jedoch keine sorgfältige Prüfung. Vergewissern Sie sich über die rechtliche Identität Ihres Lieferanten, holen Sie bei Bedarf Referenzen ein und stellen Sie sicher, dass beide Parteien die Vertrags- und Zahlungsbedingungen vollständig verstehen.
Sollten Sie Ihren vietnamesischen Lieferanten in VND bezahlen?
Ein Lieferant kann seine Rechnung in VND, USD, CHF oder einer anderen Währung ausstellen. Erfolgt die Rechnungsstellung nicht in VND, kann der Lieferant Kosten für den Währungsumtausch sowie einen Aufschlag zur Absicherung gegen mögliche Wechselkursschwankungen in den Preis einkalkulieren.
Eine Zahlung direkt in VND trennt den Warenpreis vom Währungsumtausch. Unternehmen sehen den tatsächlich vom Lieferanten geforderten Betrag, können den aktuellen CHF/VND-Wechselkurs vor dem Umtausch prüfen und die anfallenden Zahlungskosten besser vergleichen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Zahlung in VND immer günstiger ist. Deshalb empfiehlt es sich, beide Möglichkeiten sorgfältig zu vergleichen, bevor die Rechnungswährung festgelegt wird. Berücksichtigen Sie dabei insbesondere:
die Preisgestaltung des Lieferanten,
den verfügbaren CHF/VND-Wechselkurs,
die gewählte Zahlungsmethode,
anfallende Transaktionsgebühren,
mögliche Kosten durch Korrespondenzbanken oder andere zwischengeschaltete Zahlungsdienstleister.
CHF/VND-Wechselkurs
Nutzen Sie unseren Währungsrechner, um CHF/VND-Umrechnungen auf Basis der aktuellen Wechselkurse zu berechnen.
Wie unterscheiden sich internationale und lokale VND-Zahlungen?
Bei einer klassischen internationalen Auslandsüberweisung wird die Zahlung in der Regel über das SWIFT-Netzwerk und gegebenenfalls über eine oder mehrere Korrespondenzbanken abgewickelt, bevor sie den Lieferanten erreicht. Jeder dieser Schritte kann Einfluss auf die Laufzeit der Zahlung und den tatsächlich beim Empfänger eingehenden Betrag haben.
Eine lokale VND-Zahlung wird über das nationale Zahlungssystem in Vietnam abgewickelt. Das Schweizer Unternehmen veranlasst den Währungsumtausch und die Zahlung über einen Anbieter mit lokalen Zahlungsmöglichkeiten, während der Lieferant den Betrag in VND direkt über das vietnamesische Bankensystem erhält.
Die Nutzung eines lokalen Zahlungssystems kann die Abhängigkeit von Korrespondenzbanken verringern und den Zahlungsprozess transparenter machen. Je nach Zahlungsstruktur lassen sich zudem internationale Überweisungsgebühren und zusätzliche Währungsumrechnungen vermeiden.
SwissFx unterstützt sowohl lokale als auch internationale Zahlungen in VND.
Dadurch können Schweizer Unternehmen CHF in VND umtauschen und ihre Lieferanten direkt in der Landeswährung über dieselbe Plattform bezahlen. Wechselkurs und Zahlungsdetails lassen sich vor der Ausführung der Transaktion transparent prüfen.
Wie kann sich der CHF/VND-Wechselkurs auf Ihre Zahlung auswirken?
Verlangt ein Lieferant zunächst eine Anzahlung und später die Schlusszahlung, werden beide Beträge zu unterschiedlichen Zeitpunkten in die jeweilige Währung umgerechnet. Selbst wenn der Preis in VND unverändert bleibt, können sich die Gesamtkosten in Schweizer Franken während der Produktionszeit verändern.
Beispiel
Stellen Sie sich vor, ein Schweizer Importeur bestellt Waren im Wert von 10 Milliarden VND. Er zahlt zunächst eine Anzahlung von 30 % und begleicht die verbleibenden 70 %, sobald die Produktion abgeschlossen ist. Hat der Schweizer Franken bis zur Schlusszahlung gegenüber dem VND an Wert verloren, werden mehr Schweizer Franken benötigt, um den offenen Betrag zu begleichen.
Zahlung | Fälliger Betrag in VND | Beispielhafter CHF/VND-Wechselkurs | Kosten in CHF |
|---|---|---|---|
30 % Anzahlung | 3.000.000.000 VND | 30.000 VND pro CHF | 100.000 CHF |
70 % Schlusszahlung | 7.000.000.000 VND | 28.000 VND pro CHF | 250.000 CHF |
Gesamt | 10.000.000.000 VND | Zwei unterschiedliche Wechselkurse | 350.000 CHF |
Das wirkt im Deutschen deutlich natürlicher, weil man Währungseinheiten bei Beträgen üblicherweise hinter die Zahl setzt (10.000 CHF, 3.000.000.000 VND). Beim Wechselkurs bleibt „VND je CHF“ bzw. „VND pro CHF“ korrekt, weil dort keine Geldsumme, sondern ein Verhältnis angegeben wird.
Zahlung zum aktuellen Wechselkurs
Die Anzahlung kann im Rahmen eines Spotgeschäfts zum aktuellen CHF/VND-Wechselkurs umgetauscht werden. Der verbleibende Restbetrag bleibt jedoch bis zur Zahlung den Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Das Abwarten bietet zwar mehr Flexibilität, erhöht aber auch das Risiko, dass sich der Wechselkurs bis zur Fälligkeit ungünstig entwickelt.
Einen Wechselkurs für eine zukünftige Lieferantenzahlung festschreiben
Mit einem Termingeschäft können Unternehmen den Wechselkurs für einen zukünftigen Währungsumtausch bereits heute festlegen. Im oben genannten Beispiel könnte der Importeur die Anzahlung zum aktuellen Wechselkurs leisten und für den gesamten oder einen Teil des verbleibenden VND-Betrags ein Termingeschäft abschließen. Dadurch wird kein besserer Wechselkurs garantiert. Ziel ist vielmehr, die zukünftigen Kosten in Schweizer Franken besser planbar zu machen.
SwissFx bietet Unternehmen, die VND kaufen möchten, Devisentermingeschäfte an. Zum vereinbarten Fälligkeitstermin wird der zuvor festgelegte Betrag in Schweizer Franken in VND umgetauscht und kann anschließend für die Zahlung an den Lieferanten verwendet werden. Der Abschluss eines Termingeschäfts setzt eine entsprechende Eignungsprüfung sowie die vereinbarten Vertragsbedingungen voraus.
Wie lassen sich wiederkehrende Lieferantenzahlungen effizienter verwalten?
Eine einzelne Lieferantenzahlung lässt sich meist problemlos manuell abwickeln. Der Aufwand steigt jedoch, wenn ein Unternehmen regelmäßig Bestellungen aufgibt, mit mehreren Lieferanten in Vietnam zusammenarbeitet oder Zahlungen in verschiedene Länder und Währungen leisten muss.
Finanzteams müssen dabei häufig Rechnungsdaten zwischen Buchhaltungs- und Zahlungssystemen übertragen, Empfängerdaten wiederholt erfassen und jede Zahlung einzeln prüfen. Das kostet Zeit und erhöht das Risiko von Doppeleingaben, fehlerhaften Verwendungszwecken oder verspäteten Zahlungen.
Mit Sammelzahlungen können mehrere Transaktionen in einem einzigen Zahlungslauf vorbereitet und ausgeführt werden. Jeder Lieferant erhält dabei den richtigen Betrag in der gewünschten Währung, während sich der manuelle Aufwand deutlich reduziert.
Die Sammelzahlungen von SwissFx lassen sich in bestehende Finanzprozesse integrieren, einschließlich ERP-Systemen und Gehaltsabrechnungen. Zahlungsdaten können vorbereitet oder hochgeladen, gemeinsam geprüft und anschließend in einem einzigen Zahlungslauf ausgeführt werden.
Automatisierung ersetzt keine Freigabeprozesse
Das Ziel besteht nicht nur darin, Zahlungen schneller abzuwickeln. Ebenso wichtig ist es, Verantwortlichkeiten, Freigabeprozesse und Zahlungsinformationen auch bei einem steigenden Zahlungsvolumen übersichtlich und effizient zu verwalten.
Wie können Unternehmen größere Lieferantenzahlungen finanzieren?
Müssen Lieferanten bezahlt werden, bevor die Ware versendet oder verkauft wurde, entsteht eine Finanzierungslücke. Das Unternehmen muss vorhandene Liquidität einsetzen, während es auf die Lieferung, den Weiterverkauf und den Zahlungseingang seiner Kunden wartet. Besonders bei Maschinen, großen Produktionsaufträgen oder saisonalen Warenbeständen kann diese Vorfinanzierung erheblich sein. Selbst wenn ein Auftrag profitabel ist, können die Zahlungsfristen die verfügbaren Mittel für Gehaltszahlungen, laufende Betriebskosten oder weitere Lieferantenrechnungen einschränken.
Eine Lieferantenfinanzierung stellt für eine genehmigte Rechnung eine separate Kreditlinie bereit. Dadurch lässt sich die Liquidität sichern, wenn Lieferantenrechnungen fällig werden, bevor die entsprechenden Kundenzahlungen eingehen. Gleichzeitig können Lieferanten gemäß den vereinbarten Zahlungsbedingungen bezahlt werden, ohne die laufenden Barreserven des Unternehmens vollständig zu beanspruchen.
Im Rahmen der SwissFx-Lösung bezahlt der Finanzierungspartner den Lieferanten in dessen Landeswährung. Das Schweizer Unternehmen begleicht den finanzierten Betrag anschließend bis zu 150 Tage später in seiner eigenen Landeswährung. Die Finanzierung erfolgt vorbehaltlich einer Bonitätsprüfung.
Für die hier beschriebene Finanzierungslösung gelten unter anderem folgende Voraussetzungen:
mehr als 1 Million Pfund Betriebsumsatz,
ein materielles Nettovermögen von über 100.000 Pfund,
mindestens zwei Jahre Geschäftstätigkeit.
Die Höhe der Finanzierung, die Laufzeit und die Vertragsbedingungen richten sich nach der Bonitätsprüfung und der jeweiligen Transaktion.
Was sollten Sie vor einer Zahlung an einen Lieferanten in Vietnam prüfen?
Häufig gestellte Fragen
Kann eine Lieferantenfinanzierung ein Akkreditiv ersetzen?
Getting started is simple. Fill out our contact form and our team will get in touch to understand your needs and explain how SwissFx works.
Gibt es zwischen der Schweiz und Vietnam ein Freihandelsabkommen?
Getting started is simple. Fill out our contact form and our team will get in touch to understand your needs and explain how SwissFx works.
Zahlungs-, Währungs- und Liquiditätslösungen mit SwissFx aus einer Hand
Bei Zahlungen an Lieferanten in Vietnam geht es um weit mehr als die reine Überweisung des Rechnungsbetrags. Die vertraglichen Vereinbarungen legen fest, wann Zahlungen fällig werden. Die Rechnungswährung bestimmt, wer den Währungsumtausch übernimmt. Das gewählte Zahlungssystem beeinflusst, wie die Zahlung den Lieferanten erreicht, während der Zeitraum zwischen Anzahlung und Schlusszahlung ein Wechselkursrisiko zwischen CHF und VND entstehen lässt.
Diese Entscheidungen sollten stets im Zusammenhang betrachtet werden. Eine lokale Zahlung in VND kann Unternehmen mehr Kontrolle über den Währungsumtausch verschaffen. Ein Termingeschäft kann ein klar definiertes zukünftiges Wechselkursrisiko absichern. Sammelzahlungen erleichtern die Abwicklung wiederkehrender Zahlungen, während eine Lieferantenfinanzierung dazu beitragen kann, Liquiditätsengpässe zu überbrücken.
Optimieren Sie Ihre Lieferantenzahlungen nach Vietnam
Mit SwissFx bündeln Sie lokale VND-Zahlungen, Währungsumtausch, Währungsrisikomanagement, Sammelzahlungen und Lieferantenfinanzierung auf einer einzigen Plattform. Unsere Währungsspezialisten unterstützen Sie dabei, eine Zahlungslösung zu entwickeln, die optimal zu Ihren Lieferantenbeziehungen, Ihren Liquiditätszielen und Ihren operativen Anforderungen passt.