Die japanische und die US-amerikanische Flagge wehen nebeneinander vor einem Hafen im Hintergrund.

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Darum stützten Japan und die USA den Yen

Darum haben Japan und die USA am Währungsmarkt eingegriffen

Japan und die USA haben gemeinsam am Währungsmarkt interveniert, nachdem der Yen auf ein Mehrjahrestief gefallen war. Was hinter dem Schritt steckt und was Schweizer Unternehmen jetzt im Blick behalten sollten.

FX Pulse

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Am 31. Juli 2026, griffen Japan und die USA gemeinsam am Währungsmarkt ein und kauften Yen. Zuvor war die japanische Währung auf fast 164 JPY je US-Dollar gefallen und hatte damit den schwächsten Stand seit rund 40 Jahren erreicht. In den beiden folgenden Tagen erholte sich der Yen wieder auf etwa 157 JPY je US-Dollar, nachdem Japan interveniert hatte und klar wurde, dass die USA die Massnahme unterstützten.

Was ist bei der gemeinsamen Intervention passiert?

Bei einer Währungsintervention kaufen oder verkaufen Regierungen beziehungsweise Währungsbehörden gezielt eine Währung, um deren Kurs zu beeinflussen. Durch den Kauf von Yen stieg die Nachfrage nach der japanischen Währung unmittelbar an. Gleichzeitig machten Japan und die USA deutlich, dass sie eine weitere starke Abschwächung des Yen nicht hinnehmen wollten.

Eine Währungsintervention wirkt direkt am Markt, indem sie Angebot und Nachfrage verändert. Das ist etwas anderes als Geldpolitik. Zinsentscheidungen der Bank of Japan wirken eher indirekt, etwa über die Attraktivität von Yen-Anlagen und die allgemeinen Finanzierungsbedingungen.

Eine Intervention kann den Wechselkurs kurzfristig deutlich bewegen, vor allem wenn sie überraschend oder international abgestimmt erfolgt. Einen längerfristigen Trend kann sie jedoch nicht automatisch umkehren.

Warum war der Yen auf ein 40-Jahres-Tief gefallen?

Vor allem vier Faktoren haben den Yen unter Druck gesetzt:

  1. Niedrige Zinsen in Japan. Japan hielt die Zinsen über viele Jahre bei oder unter null, um der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung und der Deflation während der sogenannten „verlorenen Jahrzehnte“ entgegenzuwirken. Auch wenn der Leitzins der Bank of Japan am 31. Juli 2026 bei rund 1 % lag, bewegte sich der US-Leitzins weiterhin in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 %. Dadurch blieben Anlagen in US-Dollar attraktiver, was die Nachfrage nach Dollar gegenüber Yen stützte.


  2. Strukturelle Belastungen und hohe Energieimporte. Japans schrumpfende Erwerbsbevölkerung und Phasen schwachen Produktivitätswachstums bremsen das Wachstum. Gleichzeitig ist das Land bei Energie stark auf Importe angewiesen, die meist in Fremdwährungen bezahlt werden. Steigen die Energiepreise, erhöht das die Nachfrage nach Dollar. Ein schwächerer Yen verteuert diese Importe zusätzlich.


  3. Viele Gewinne japanischer Unternehmen bleiben im Ausland. Japanische Unternehmen investieren stark in anderen Ländern. Werden die dort erzielten Gewinne reinvestiert, statt sie in Yen zurückzutauschen, entsteht daraus keine zusätzliche Nachfrage nach der japanischen Währung.


  4. Auch die hohe Staatsverschuldung sorgt für Zurückhaltung. Wenn neue staatliche Ausgaben die ohnehin hohe Verschuldung weiter erhöhen könnten, kann das Anleger vorsichtiger gegenüber dem Yen machen.

Diese Faktoren erklären den Druck auf den Yen, bedeuten aber nicht, dass Japans Wirtschaft insgesamt schwach ist. Der verwies im April 2026 unter anderem auf Japans Leistungsbilanzüberschuss und den grossen Bestand an Nettoauslandsvermögen.

Warum beteiligten sich die USA an der Intervention?

Dass die USA Japan unterstützten, war ungewöhnlich. Zuletzt hatten sie sich 1998 an einer Intervention zur Stützung des Yen beteiligt. Japan erklärte offiziell, mit dem gemeinsamen Eingreifen auf übermässige Schwankungen und ungeordnete Marktbewegungen reagieren zu wollen. Washington selbst nannte keine ausführlicheren Gründe für seine Beteiligung.

  1. Stabilität an den asiatischen Finanzmärkten. Ein unkontrollierter Absturz des Yen könnte auch andere asiatische Währungen unter Druck setzen, etwa den südkoreanischen Won. Gleichzeitig könnten die Diskussionen über eine mögliche Unterbewertung des chinesischen Yuan wieder an Schärfe gewinnen. Einige Analysten sehen deshalb die Stabilität in der Region als mögliches Motiv.


  2. Unterstützung eines wichtigen Partners. Japan gehört zu den wichtigsten wirtschaftlichen und strategischen Partnern der USA. Die Unterstützung bei der Stabilisierung des Yen könnte daher auch im breiteren Interesse beider Länder gelegen haben.


  3. Weniger Druck auf den US-Anleihemarkt. Um wiederholt Yen zu kaufen, könnte Japan gezwungen sein, US-Staatsanleihen zu verkaufen. Analysten gehen davon aus, dass die direkte Unterstützung der USA den Umfang solcher Verkäufe verringern könnte.

Dabei handelt es sich um mögliche Erklärungen, nicht um offiziell bestätigte politische Motive. Ob die Intervention länger wirkt, hängt vor allem von der weiteren Geld- und Fiskalpolitik in Japan sowie von den grundlegenden Faktoren ab, die den Yen bewegen. Für Unternehmen dürften deshalb insbesondere die nächsten Entscheidungen der Bank of Japan und der US-Notenbank, die Entwicklung der Energiepreise und die Frage wichtig bleiben, ob mehr Auslandserträge wieder in Yen zurückgetauscht werden.

Was könnte ein stärkerer Yen für Schweizer Unternehmen bedeuten?

Die Intervention erfolgte vor allem über USD/JPY. Für Schweizer Unternehmen ist jedoch entscheidend, welcher Wechselkurs ihre eigenen Zahlungsströme tatsächlich beeinflusst. Ein stärkerer Yen gegenüber dem US-Dollar bedeutet nicht automatisch, dass er sich gegenüber dem Schweizer Franken genauso entwickelt.

  • Schweizer Importeure, die ihre Lieferanten in Yen bezahlen, könnten höhere Kosten in CHF haben, wenn der Yen bis zum Zahlungstermin auch gegenüber dem Franken aufwertet.

  • Schweizer Exporteure, die ihren Kunden in Japan Rechnungen in CHF stellen, könnten von einer höheren Kaufkraft ihrer Kunden profitieren. Wie sich die Nachfrage entwickelt, hängt allerdings von weit mehr als nur vom Wechselkurs ab.

  • Unternehmen, die japanische Waren in US-Dollar bezahlen, bleiben dagegen in erster Linie dem Wechselkurs USD/CHF ausgesetzt. Sie sollten nicht davon ausgehen, dass sich eine Bewegung des Yen automatisch auf den in USD vereinbarten Lieferantenpreis auswirkt.

Aktuellen CHF/JPY-Wechselkurs prüfen

Mit dem Währungsrechner von SwissFx können Sie den aktuellen indikativen CHF/JPY-Kurs abrufen und eine mögliche Umrechnung berechnen.

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Die Angaben dienen ausschließlich Informationszwecken. Der tatsächliche Wechselkurs kann zum Zeitpunkt des Währungstauschs abweichen.

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Wie können Unternehmen ihr JPY-Währungsrisiko steuern?

Mit einem Multi-Währungskonto können Unternehmen vorhandene Yen-Guthaben halten und den Zeitpunkt der Zahlung vom Zeitpunkt des Währungsumtauschs trennen. Muss das Guthaben später jedoch in CHF umgerechnet werden, bleibt das Wechselkursrisiko bestehen.

Stehen Betrag und Zeitpunkt einer künftigen Zahlung ausreichend fest, können geeignete Unternehmen zudem eine Strategie zur Währungsabsicherung prüfen, beispielsweise ein Devisentermingeschäft. Damit lässt sich der Wechselkurs im Voraus festlegen und die Planungssicherheit erhöhen. Entwickelt sich der Markt später günstiger, bleibt der vereinbarte Kurs jedoch verbindlich. Welche Möglichkeiten verfügbar und geeignet sind, hängt vom jeweiligen Kunden und dem zugrunde liegenden Geschäft ab.

Entscheidend ist nicht, vorherzusagen, ob die Intervention erfolgreich sein wird. Unternehmen sollten vielmehr wissen, an welchen Stellen Bewegungen von JPY/CHF ihre eigenen Zahlungsströme beeinflussen und wie viel Wechselkursrisiko sie bewusst tragen möchten.

Dieser Artikel dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Anlage-, Finanz- oder Beratung zum Währungsrisikomanagement dar.

Prüfen Sie Ihr JPY-Währungsrisiko

Zahlt oder erhält Ihr Unternehmen Beträge in Yen, kann ein FX-Audit aufzeigen, welche Beträge und Zahlungstermine relevant sind, mit welchen Budgetkursen Sie planen und welche Möglichkeiten zur Währungsabsicherung zur Verfügung stehen.

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